Dokumentarfilm-Porträt: À l’ombre de la montagne

Der Dokumentarfilm „À l’ombre de la montagne“ (2008) der Schweizer Regisseurin Danielle Jaeggi ist eine tiefgreifende historische Aufarbeitung der Rolle der Kurstadt Davos während der 1930er und 1940er Jahre.

Inhalt und Thematik

Der Film beleuchtet die dunkle Seite der berühmten Davoser Sanatorien, die durch Thomas Manns Literaturklassiker Der Zauberberg weltbekannt wurden. Hinter der Fassade des friedlichen Kurortes entpuppt sich Davos in der Dokumentation als ein „Modell im Kleinen“ für die Schweiz, die unter dem Druck der Weltgeschichte stand.

In einer Zeit politischer Umbrüche wurden die Sanatorien zu einem Ort, an dem eine äußerst konträre Mischung aus Menschen aufeinandertraf:

  • Gesellschaftliche Akteure: Sozialisten, Nationalsozialisten, amerikanische Militärangehörige.
  • Nachkriegszeit: Sowohl Überlebende der Konzentrationslager als auch entkommene Nazi-Kriegsverbrecher fanden hier Zuflucht oder einen Rückzugsort.

Persönlicher Zugang

Danielle Jaeggi nähert sich diesem komplexen Thema über eine sehr persönliche Ebene. Durch die Entdeckung von Briefen ihres eigenen Vaters deckt sie dessen langjährige Abwesenheiten auf und verknüpft seine Geschichte mit den historischen Ereignissen in Graubünden. Der Film fungiert somit als eine detektivische Spurensuche, die einen weitgehend vergessenen oder verdrängten Teil der schweizerischen Zeitgeschichte in den Fokus rückt.

Eckdaten

  • Regie: Danielle Jaeggi
  • Erscheinungsjahr: 2008
  • Genre: Dokumentarfilm
  • Länge: ca. 66 Minuten
  • Herkunft: Schweiz
  • Internationaler Kontext: Der Film wurde auf verschiedenen internationalen Festivals präsentiert, darunter in Lissabon, Trient (Trento Film Festival) und Biarritz. Zudem wird er in der Westschweiz als pädagogisches Hilfsmittel genutzt, um die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg kritisch zu hinterfragen.

  1. Louise Productions (Lausanne) – Projektseite zum Film
  2. Cinéma Club Le Locle – Programminformationen und Inhaltsangabe
  3. e-media.ch – Pädagogische Materialien zum Film

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Schweizer Filme
À l'ombre de la montagne
À l'ombre de la montagne
Switzerland / France / Italy, December 2008
Als sagenumwobener Ort der ersten Sanatorien wurde auch Davos von den historischen Ereignissen nicht verschont. Von der ruhigen «Belle Epoque» Anfang des Jahrhunderts bis zum Aufstieg des Nationalsozialismus und der schwierigen Phase der Auseinandersetzungen mit den Grossmächten des zweiten Weltkrieges, entdecken wir, in welchem Masse dieses scheinbar unbehelligte Universum, einem Miniaturmodell der Schweiz ähnlich, starken äusseren Zwängen ausgesetzt war. In diesem Kurort, welchem Thomas Mann mit seinem «Zauberberg» Unsterblichkeit verliehen hat, verkehrten zwischen 1930 und 1940 Sozialisten, Nazi-Grössen, amerikanisches Militär und anschliessend, nach Kriegsende, die Überlebenden der Konzentrationslager und Nazi-Verbrecher. Geleitet durch die persönliche Geschichte der Regisseurin blickt der Film hinter die Fassade, wo sie, beim Lesen der Briefe ihres Vaters, die Gründe seiner unerträglichen Abwesenheit entdeckt.
von Danielle Jaeggi
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Quelle: swissfilms.ch