Abschied von der Gasse: Zwischen urbanem Wandel und nostalgischer Erinnerung

Das Thema „Abschied von der Gasse“ ist vielschichtig und findet sich in der Schweizer Kultur sowie in Reiseerzählungen als Sinnbild für den Wandel öffentlicher Räume wieder. Während einige Gassen im Zuge der Stadtentwicklung verschwinden, bleiben andere als atmosphärische Orte in der kollektiven Erinnerung oder im kulturellen Gedächtnis verankert.

Perspektiven auf den Abschied von Gassen

  • Der bauliche Verlust (Beispiel Basel): In Basel existieren viele historische Gassen, wie das Pomeranzengässlein, heute nur noch in Ansätzen oder auf privatem Grund. Der Abschied von diesen Orten markiert das Ende einer Ära des alten Stadtbildes. Besonders zu Anlässen wie der Fasnacht leben diese "verlorenen" Orte in der Erinnerung der Basler Bevölkerung kurzzeitig wieder auf.
  • Der emotionale Abschied im Alltag: Gassen fungieren oft als Kulisse für wichtige Lebensmomente – vom letzten Spaziergang durch die Altstadt bis hin zum Aufbruch aus einer geschichtsträchtigen Umgebung. Der Kontrast zwischen dem belebten Niederdorf in Zürich und der Stille einer nassen Pflastersteingasse nach einem Event verdeutlicht die melancholische Komponente des Abschiednehmens von einem Ort.
  • Globale Perspektiven im Schweizer Reisekontext: Schweizer Reisende begegnen dem Motiv des „Abschieds von der Gasse“ weltweit:
    • Hoi An (Vietnam): Hier wird der temporäre Abschied vom Verkehr gefeiert, um den Gassen kurzzeitig ihren ursprünglichen Charakter zurückzugeben.
    • Tallinn (Estland) & Neapel (Italien): Das Durchstreifen der Gassen am letzten Reisetag wird zum ritualisierten Abschied von der kulturellen Identität einer fremden Stadt.
    • Lerwick (Schottland): Hier stehen die schmalen Gassen als „eigene kleine Stadtteile“ für eine vergangene Ära, in der jeder Gasse ein spezifischer Berufsstand (Kapitäne, Händler) zugewiesen war.

Fazit

Der Abschied von der Gasse ist selten nur ein physischer Vorgang. Es ist ein Abschied von der Geschichte, der Architektur und der sozialen Dynamik, die in diesen engen urbanen Räumen über Jahrzehnte oder Jahrhunderte gewachsen ist.

  1. Gesichtet #159: Vom Gold- zum Pomeranzengässlein (Zeitnah.ch)
  2. HR BarCamp 2018 – Rückblick aus dem Zürcher Niederdorf (Jobcloud.ch)
  3. Malta Moments: Abschlussreise durch die Gassen (Traveldiary.ch)

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Abschied von der Gasse
Abschied von der Gasse
Switzerland, January 1998
Der Film begleitet die vier Drogenabhängigen Evelyn, Susanne, Michel und Markus während ihren ersten zweieinhalb Jahren im Berner Projekt der ärztlich kontrollierten Heroinabgabe. Erfolg und Absturz, Hoffnung und Angst, Liebe und Tod der vier Fixer werden aufgezeichnet, die sich dank der Projektteilnahme zu ihrer Sucht frei äussern und ihrer lebensbestimmenden Abhängigkeit ohne rechtliche Konsequenzen nachleben können.
von Remo Legnazzi
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Quelle: swissfilms.ch