Übersicht: Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer (ACA)

Die Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA), auch bekannt als Herxheimer-Krankheit, ist ein charakteristisches dermatologisches Krankheitsbild, das im Spätstadium (Stadium III) einer Lyme-Borreliose auftritt.

Was ist die Acrodermatitis chronica atrophicans?

Die ACA ist eine chronisch fortschreitende Hauterkrankung, die durch eine Infektion mit Borrelien verursacht wird. Sie tritt meist Monate bis Jahre nach der initialen Infektion auf. Benannt wurde sie nach dem deutschen Hautarzt Karl Herxheimer (1861–1944).

Symptome und klinisches Bild

  • Hautveränderungen: Typisch sind dunkel-bläuliche Schwellungen der Haut, die meist an den Gliedmaßen (Extremitäten) beginnen.
  • Stadium: Es handelt sich um ein klassisches Spätstadium der Lyme-Borreliose.
  • Begleiterscheinungen: In einigen Fällen können sich Granulome (lokale Ansammlungen von Immunzellen) in Knotenform bilden.
  • Progredienz: Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung fort und kann zu einer sichtbaren Atrophie (Dünnerwerden) der Haut führen.

Diagnostik und Therapie

  • Diagnose: Die Diagnose stützt sich auf das klinische Bild und den Nachweis von Borrelien-Antikörpern (Serologie). Da die Erkrankung oft erst spät erkannt wird, ist eine sorgfältige Anamnese entscheidend.
  • Therapie: Die Behandlung der Wahl erfolgt in der Regel mit Antibiotika. Während in der Schweiz und international häufig Doxycyclin (z. B. 200 mg einmal täglich) empfohlen wird, kann bei schwereren Verläufen oder bestimmten Indikationen auch eine intravenöse Antibiotikagabe notwendig sein.
  • Wichtiger Hinweis: Eine Kontrolle des Therapieerfolgs mittels Antikörper-Titer ist meist nicht aussagekräftig, da IgG-Antikörper über Jahre hinweg persistieren können.

Besonderheiten in der Schweiz

In der Schweiz, wo die Lyme-Borreliose durch Zeckenstiche verbreitet ist, wird die ACA als ernsthafte Spätfolge eingestuft. Medizinische Einrichtungen wie Rheuma Schweiz oder spezialisierte Zentren wie Alpine BioMedical betonen, dass bei der Diagnose einer chronischen Borreliose stets auch an Hauterscheinungen wie die ACA gedacht werden muss, die oft mit neurologischen Störungen (z. B. Polyneuropathien) oder chronischer Fatigue einhergehen können.


Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Medical Tribune Schweiz: Lyme-Borreliose – Diagnostik und Therapie
  2. Rheuma Schweiz: Borreliose und Hautmanifestationen (Bild der Woche)
  3. Clinicum St. Georg: Lexikon-Eintrag zur ACA
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Fachausdrücke Medizin
Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer
Hautveränderungen, die in der Spätphase der Borreliose auftreten können. Typisch sind bläulich bis bräunliche Verfärbungen und Schwellung - oft an den Streckseiten der Unterarme und Unterschenkel sowie an den Händen. Später treten häufig Verdünnung und Rückbildung (Atrophie) von Haut und Weichteilgewebe auf. Die Haut wird zigarettenpapierdünn und knittrig, ist oft bläulich gefärbt und die Adern treten vermehrt hervor.
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