Adanggaman: Ein cineastischer Blick auf die afrikanische Geschichte (CH-Koproduktion)

Der 2000 erschienene Spielfilm „Adanggaman“ des ivorischen Regisseurs Roger Gnoan M’Bala gilt als ein bedeutendes Werk des afrikanischen Kinos. Der Film setzt sich kritisch mit einem oft tabuisierten Thema auseinander: der Kollaboration afrikanischer Herrscher mit europäischen Sklavenhändlern.

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Historischer Kontext: Der Film erzählt die Geschichte des Königs Adanggaman, der seine Macht festigt, indem er weibliche Kriegerinnen (Amazonen) aussendet, um benachbarte Dörfer zu überfallen und Bewohner für den Sklavenhandel gefangen zu nehmen.
  • Kritische Perspektive: Statt eine einseitige Schwarz-Weiß-Malerei zu bedienen, hinterfragt der Film die komplexen Machtstrukturen und verdrängten Zusammenhänge der Sklaverei. Er zeigt auf, dass die Versklavung der eigenen Bevölkerung auch durch lokale Tyrannen vorangetrieben wurde, die von europäischen Strukturen profitierten.

Schweizer Bezug

„Adanggaman“ ist ein exzellentes Beispiel für eine internationale Koproduktion, an der die Schweiz maßgeblich beteiligt war. Zu den Produktionspartnern gehörten unter anderem:

  • RTSI (Radiotelevisione svizzera di lingua italiana): Das Schweizer Fernsehen war als Koproduzent direkt in die Entstehung des Films involviert.
  • Präsenz in der Schweiz: Der Film wurde im Schweizer Kulturraum rezipiert und war beispielsweise Teil des Programms beim renommierten Filmfestival Black Movie in Genf (2002).
  • Technische Beteiligung: Die Kameraarbeit von Mohammed Soudani, die beim Filmfestival in Venedig ausgezeichnet wurde, unterstreicht die hohe Qualität der schweizerisch-internationalen Zusammenarbeit.

Auszeichnungen und Erfolg

Der Film erlangte hohe internationale Anerkennung und wurde auf zahlreichen Festivals weltweit gefeiert:

  • Preise: Er erhielt unter anderem Auszeichnungen für die beste Filmmusik (Amiens), den Jury-Spezialpreis sowie Preise für den besten Hauptdarsteller (Marrakech) und die beste Kameraarbeit (Venedig).
  • Festivals: Er wurde unter anderem bei der Biennale in Venedig und auf dem Toronto International Film Festival präsentiert.

Empfohlene Ressourcen

  1. ADANGGAMAN - AMKA (Detaillierte Informationen zur Produktion und Auszeichnungen)
  2. ADANGGAMAN - International Film Festival Innsbruck (Inhaltliche Analyse)
  3. Afrikafilm Datenbank (Verzeichnis afrikanischer Filme)

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Adanggaman
Adanggaman
Switzerland, September 2000
17th Century, West Africa. In a typical village on the so-called Slave Coast, the old chief N'Go insists that his son Ossei marry the daughter of a rich family. Unable to be with the girl he truly loves, the rebellious Ossei decides to leave the village. That night, Ossei's village is burned and pillaged. Many are killed, while the others are taken prisoner. The bloody massacre is not executed by European slave traders, but by the Amazon warriors of the neighboring tyrant Adanggaman. When Ossei returns to his destroyed village, he discovers that both his father and girlfriend have been killed. He rushes to search for his missing mother Mo Akassi. Ossei catches up with the captured villagers led by the cruel Amazons on the difficult voyage toward Adanggaman's kingdom. Ossei tries in vain to rescue his mother and is wounded. He finds himself among the many men, women and children in chains, humiliated and beaten like pathetic beasts. Adanggaman is filled with joy at the results of his Amazons, recent manhunt, the inhuman source of his prestige, fortune and power. It is evident that his own kingdom has not escaped the hands of European slave traders by accident…
von Gnoan Roger M'Bala
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Quelle: swissfilms.ch