Das Akute Koronarsyndrom (ACS): Ein lebensbedrohlicher Notfall
Das Akute Koronarsyndrom (ACS) ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall, der durch eine akute Durchblutungsstörung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. In der Notfallmedizin dient der Begriff als wichtige Arbeitsdiagnose, um Patienten mit entsprechenden Symptomen sofort eine adäquate Behandlung zukommen zu lassen.
1. Definition und Klassifikation
Das ACS umfasst eine Gruppe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die alle auf einem teilweisen oder vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefäßes basieren. Man unterscheidet primär drei Formen:
- ST-Hebungsinfarkt (STEMI): Vollständiger Gefäßverschluss mit charakteristischen EKG-Veränderungen.
- Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI): Teilweiser Verschluss mit nachweisbarer Herzschädigung.
- Instabile Angina pectoris (IAP): Akute Durchblutungsstörung ohne (bisher) nachweisbare Herzschädigung, aber mit hohem Risiko für einen Infarkt.
2. Leitsymptome
Das Hauptsymptom ist ein akut einsetzender, anhaltender und starker Thoraxschmerz (Brustschmerz). Dieser strahlt häufig aus in:
- Den linken (oder rechten) Arm
- Den Hals oder Kiefer
- Den Bauchraum oder Rücken
Oft treten begleitend Symptome wie Atemnot, Schweißausbrüche, Übelkeit oder Todesangst auf. Bei Verdacht gilt: Jede Minute zählt – sofort Notruf 112 wählen.
3. Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist die koronare Herzkrankheit (KHK), bei der sich durch Ablagerungen (Plaques) die Gefäße verengen. Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren, die in Deutschland präventiv minimiert werden sollten, zählen:
- Rauchen
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Diabetes mellitus (erhöhte Blutzuckerwerte)
- Bewegungsmangel und Fehlernährung
4. Diagnostik und Therapie
In der Notaufnahme oder bereits durch den Rettungsdienst erfolgt die Abklärung mittels EKG und Blutuntersuchungen (z. B. Troponin-Werte).
- Präklinik: In Deutschland erfolgt das Management nach strengen Algorithmen durch Notärzte und Rettungsdienstpersonal.
- Akutversorgung: Monitoring der Vitalparameter, Gabe von Schmerzmitteln (z. B. Morphin), Sauerstoff bei Bedarf und gerinnungshemmende Medikamente.
- Weiterbehandlung: Ziel ist die Wiedereröffnung des Gefäßes (z. B. mittels Herzkatheter) sowie eine langfristige medikamentöse Therapie und kardiologische Nachsorge.
Empfohlene Ressourcen
Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Akuten Koronarsyndrom:
- DEXIMED – Akutes Koronarsyndrom: Experteninformationen für Patienten
- Gesundpedia – Umfassender Überblick zu Ursachen, Symptomen und Therapie
- Rettungsdienst FactSheets – Zusammenfassung für Fachpersonal und zur Notfallvorbereitung
War das hilfreich?

