Alexander Aljechin: Ein Porträt des vierten Schachweltmeisters

Alexander Aljechin (1892–1946) gilt als einer der bedeutendsten und zugleich komplexesten Schachmeister der Geschichte. Als vierter offizieller Schachweltmeister prägte er das Spiel durch seine strategische Tiefe, phänomenale Blindspiel-Fähigkeiten und eine nach ihm benannte Eröffnung.

Biografische Eckpunkte

  • Herkunft und Jugend: Aljechin wurde in Russland geboren und erlernte das Schachspiel autodidaktisch. Bereits in jungen Jahren feierte er erste internationale Erfolge, unter anderem als einer der ersten Großmeister der Schachgeschichte.
  • Weltmeistertitel: Er hielt den Titel von 1927 bis zu seinem Tod im Jahr 1946, mit einer kurzen Unterbrechung durch Max Euwe (1935–1937). Sein Tod im Jahr 1946 markierte einen Wendepunkt, der den Weltschachverband (FIDE) dazu veranlasste, das Auswahlverfahren für Weltmeister grundlegend zu reformieren.
  • Bezug zur Schweiz: Aljechins Leben war eng mit der Schweiz verwoben. Er heiratete in zweiter Ehe eine Funktionärin der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Aus dieser Verbindung ging sein Sohn, Alexander Aljechin jr., hervor. Zudem ist sein Wirken in Schweizer Schacharchiven und Museen (wie dem Schachmuseum in Kriens) präsent, wo Dokumente über seine Analysen und Partien – etwa gegen Emanuel Lasker – aufbewahrt werden.

Schachliches Erbe und Persönlichkeit

  • Spielstil und Blindschach: Aljechin war für seine außergewöhnliche analytische Fähigkeit bekannt. Besonders seine Blindpartien (z. B. simultan gegen 25 Gegner in Paris 1925) gelten als Beweis seines phänomenalen Könnens. Die „Aljechin-Verteidigung“ zeugt bis heute von seinem innovativen Beitrag zur Schachtheorie.
  • Kulturelle Rezeption: Seine Persönlichkeit diente als Inspiration für literarische Figuren, etwa für den Protagonisten Alexander Lushin in Vladimir Nabokows Werk.
  • Kontroversen: Aljechins Vermächtnis ist nicht ungetrübt. Insbesondere seine publizistischen Äußerungen während des Zweiten Weltkriegs, in denen er sich in rassistischen und antisemitischen Narrativen verlor, werden in der heutigen Schachwelt kritisch aufgearbeitet und diskreditierten ihn zeitweise stark.
  1. Alexander Aljechin (remoteSchach-Wiki) – Umfassende Informationen zu seinem Leben, seinen Ehen und den historischen Kontroversen.
  2. Alexander Aljechin (Alle Schachweltmeister) – Eine kompakte Biografie mit Fokus auf seine schachphilosophischen Beiträge.
  3. Matt des Monats – ASK Réti – Ein faszinierender Einblick in Aljechins außergewöhnliche Blindspiel-Fähigkeiten anhand einer historischen Partie.

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Personen
Alexander Aljechin
Alexander Alexandrowitsch Aljechin war ein russisch-französischer Schachspieler und vierter offizieller Schachweltmeister (1927–1935, 1937–1946). Er wurde nach dem gregorianischen Kalender Anfang der 1890er-Jahre am 31. Oktober 1892 (am 19. Oktober 1892 nach dem damals in dieser Region noch verwendeten julianischen Kalender) in Moskau geboren und verstarb mit 53 Jahren am 24. März 1946 in Estoril, Lissabon in Portugal. Sein Geburtstag jährt sich 2019 zum 127. Mal.
Alexander Aljechin
Quelle: geboren.am