Ali Farka Touré: Der Architekt des Desert Blues

Ali Farka Touré (1939–2006) gilt weltweit als einer der einflussreichsten Musiker Afrikas und als Pionier des sogenannten „Desert Blues“. Sein einzigartiger Gitarrenstil, der traditionelle malische Rhythmen mit Blues-Elementen verschmilzt, hat Generationen von Künstlern geprägt.

Leben und musikalisches Vermächtnis

  • Der „Hendrix der Sahara“: Obwohl dieser Titel heute oft seinem Sohn Vieux Farka Touré zugeschrieben wird, bleibt Ali Farka Touré der Ursprung dieser musikalischen Tradition. Er gilt als einer der technisch versiertesten Gitarristen, die der afrikanische Kontinent je hervorgebracht hat.
  • Musikalische Einflüsse: Seine Musik wurzelt tief in der Songhai-Kultur Malis. Gleichzeitig war er offen für globale Dialoge, was sich in legendären Kooperationen – etwa mit dem Kora-Spieler Toumani Diabaté – manifestierte.
  • Mentorfunktion: Sein Einfluss reicht weit über seine eigene Familie hinaus. So förderte er Musiker wie Samba Touré, die heute das Erbe des Wüsten-Blues weltweit weitertragen.

Verbindungen zur Schweiz

Ali Farka Tourés Musik findet auch in der Schweizer Kulturlandschaft Anklang:

  • Filmische Würdigung: In der Schweizer Produktion „Q – Begegnungen auf der Milchstrasse“ (Regie: Jürg Neuenschwander) dient die Musik von Ali Farka Touré als klanglicher Hintergrund für einen interkulturellen Austausch zwischen malischen Viehzüchtern und Schweizer Akteuren.
  • Live-Präsenz: Auch heute noch ist der Name Touré in der Schweiz präsent. Sein Sohn Vieux Farka Touré ist ein regelmäßiger Gast auf Schweizer Bühnen, etwa bei den Afro-Pfingsten in Winterthur (Salzhaus), wo er das musikalische Erbe seines Vaters in einer modernen, energetischen Form präsentiert.
  • Vinyl-Kultur: Schweizer Fachhändler wie Lauschmittel würdigen die Bedeutung der Familie Touré, indem sie aktuelle Projekte wie das Album „Ali“ (eine Kollaboration von Vieux Farka Touré und Khruangbin) anbieten, das als direkte Hommage an das Lebenswerk von Ali Farka Touré konzipiert ist.

Inspirationsquelle für Zeitgenossen

Ali Farka Tourés Spielweise ist bis heute ein Referenzpunkt. Künstler wie Bombino (der „nigrische Jimi Hendrix“) beziehen sich explizit auf seine Gitarren-Riffs, um die Verbindung zwischen traditioneller Tuareg-Musik und modernem Blues-Rock zu schlagen.


  1. Vieux Farka Touré bei den Afro-Pfingsten (Salzhaus)
  2. Khruangbin & Vieux Farka Touré: Hommage-Album „Ali“ (Lauschmittel)
  3. Chronique: Farka Touré & Diabaté - In the Heart of the Moon

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Ali Farka Touré
Ali Farka Touré war ein malischer und als "Bluesman of Africa" einer der international bekanntesten afrikanischen Sänger und Musiker (u. a. "Talking Timbuktu" 1994), der traditionellen afrikanischen Sound seines Heimatlandes Mali mit amerikanischem Blues verband. Er wurde am 31. Oktober 1939 in Kanau bei Timbuktu in Mali geboren und verstarb am 7. März 2006 mit 66 Jahren in Bamako. Dieses Jahr hätte er seinen 80. Geburtstag gefeiert.
Ali Farka Touré
Quelle: geboren.am