Übersicht: Angiotensin-II-Antagonisten (Sartane)
Angiotensin-II-Antagonisten, häufig auch als Sartane oder AT1-Rezeptor-Blocker bezeichnet, bilden eine zentrale Säule in der modernen kardiovaskulären Therapie.
Wirkungsweise
Im Gegensatz zu ACE-Hemmern, welche die Bildung von Angiotensin II verhindern, setzen Sartane direkt an den Zielzellen an. Sie blockieren selektiv den AT1-Rezeptor. Dadurch werden die physiologischen Effekte von Angiotensin II unterbunden:
- Gefässverengung (Vasokonstriktion): Die Blockade führt zu einer Gefässerweiterung und senkt somit den Blutdruck.
- Aldosteron-Sekretion: Die Freisetzung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde wird reduziert, was die Natrium- und Wasserausscheidung begünstigt.
- Organprotektion: Sie wirken Wachstumsreizen auf das Herz und die Gefässe entgegen (Reduktion von Umbauprozessen/Remodeling).
Indikationen
In der Schweiz werden diese Medikamente bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt:
- Essenzielle Hypertonie (Bluthochdruck): Häufige Standardtherapie.
- Herzinsuffizienz: Zur Entlastung des Herzens (oft als Alternative bei Unverträglichkeit von ACE-Hemmern).
- Zustand nach Herzinfarkt: Zur Reduktion der kardiovaskulären Belastung.
- Nephropathie bei Diabetikern (Typ 2): Schutz der Nierenfunktion bei Hypertonikern.
Bekannte Wirkstoffe (Sartane)
- Losartan
- Valsartan
- Irbesartan
- Candesartan
- Eprosartan
- Olmesartan
- Telmisartan
Hinweis: Oft werden sie als Monopräparat oder in Kombination eingesetzt (z. B. Sacubitril/Valsartan bei Herzinsuffizienz).
Anwendung und Sicherheit
- Verträglichkeit: Sartane zeichnen sich durch ein sehr gutes Verträglichkeitsprofil aus. Da sie den Bradykinin-Abbau nicht beeinflussen, treten typische Nebenwirkungen von ACE-Hemmern (wie der trockene Reizhusten) hier nicht auf.
- Kontraindikationen: Unter anderem schwere Leberinsuffizienz, hereditäres angioneurotisches Ödem sowie bestimmte Kombinationen (z. B. mit Aliskiren bei Diabetes oder Niereninsuffizienz).
- Therapieziele: In der Schweizer Praxis liegt das Ziel meist bei Werten unter 140/90 mmHg, ergänzt durch Lebensstiländerungen (Gewichtsreduktion, salzarme Ernährung, Verzicht auf Nikotin).
Empfohlene weiterführende Quellen
- PharmaWiki: Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
- Schweizerische Herzstiftung: Behandlungen
- Compendium.ch: Fachinformationen zu Losartan (Beispiel für Wirkstoff-Daten)
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