Anna Göldi: Das Schicksal der letzten Hexe der Schweiz

Anna Göldi (1734–1782) gilt als das letzte Opfer eines Hexenprozesses in der Schweiz. Ihr Leben und ihr tragischer Tod im Kanton Glarus sind bis heute ein bedeutendes Kapitel der Schweizer Justizgeschichte.

Historischer Hintergrund

Im September 1780 trat Anna Göldi eine Stelle als Magd im Haushalt des Arztes und Politikers Johann Jakob Tschudi in Glarus an. Wenig später kam es zu einem folgenschweren Konflikt: Tschudi beschuldigte Göldi, Stecknadeln (Gufen) in die Nahrung seiner Tochter Annamiggeli gelegt zu haben, um das Kind zu verhexen.

Göldi ihrerseits wandte sich an den evangelischen Pfarrer und machte ihrem Dienstherrn schwere Vorwürfe, darunter den des verbotenen „fleischlichen Umgangs“. Unter politischem Druck des einflussreichen Johann Jakob Tschudi verlor der Prozess gegen die Magd an objektiver Grundlage. Während Tschudi von den Vorwürfen gegen ihn entlastet wurde, verurteilte der Evangelische Rat Anna Göldi zum Tode. Sie wurde 1782 in Glarus enthauptet.

Kulturelles Gedenken und Aufarbeitung

  • Museum: In Glarus widmet sich das Anna Göldi Museum in Ennenda dem Schicksal der Frau. Es beleuchtet sowohl die historischen Hintergründe als auch die Aufarbeitung dieses Justizmords.
  • Kunst und Medien: Die Geschichte wurde vielfach künstlerisch verarbeitet, etwa durch die Schriftstellerin Eveline Hasler, in Filmen (z. B. „Anna Göldin – Letzte Hexe“, 1991) oder in Freilichttheater-Inszenierungen wie der Produktion der Freilichtbühne Rüthi im Jahr 2020.
  • Symbolik: Der Name Anna Göldi dient heute oft als Symbol für den Kampf gegen Willkür, Machtmissbrauch und die Diskriminierung von Frauen. Ihr Fall steht für die dunkle Seite der Rechtsgeschichte und wird bis in moderne gesellschaftliche Debatten hinein als Referenz für unfaire Vorverurteilungen herangezogen.
  1. Anna Göldi Museum (Offizielle Webseite) – Zentrale Anlaufstelle für Informationen über die Ausstellung und die Geschichte.
  2. Der Justizmord an Anna Göldi (Limmat Verlag) – Detaillierte Hintergrundinformationen zum Prozessverlauf.
  3. Anna Göldin – Letzte Hexe (Filmo) – Informationen zur filmischen Aufarbeitung des Stoffes.

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Personen
Anna Göldi
Anna Göldi war eine Schweizer Magd und die letzte Frau in Europa, die offiziell wegen Hexerei angeklagt, verurteilt und 1782 einer Hexenhinrichtung zum Opfer fiel, was schon bald mit dem neu geschaffenen Begriff "Justizmord" (1783 im "Reichspostreuter") bezeichnet wurde. Sie wurde am 24. Oktober 1734 in Sennwald in der Schweiz geboren und starb am 13. Juni 1782 mit 47 Jahren in Glarus. 2019 jährt sich ihr Geburtstag zum 285. Mal.
Anna Göldi
Quelle: geboren.am