Arada: Eine Analyse der Identität und Verbannung im Schweizer Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm «Arada – Verbannt in eine fremde Heimat» (2020) des Schweizer Regisseurs Jonas Schaffter beleuchtet ein hochaktuelles und kontroverses Thema der Schweizer Migrationspolitik: die Ausschaffung von straffällig gewordenen Personen ohne Schweizer Pass, die jedoch ihr gesamtes Leben in der Schweiz verbracht haben.

Kerninhalt und Thematik

Der Titel des Films leitet sich vom türkischen Wort «Arada» ab, was so viel wie «(da-)zwischen» bedeutet. Dieser Begriff symbolisiert die Zerrissenheit der Protagonisten – Mustafa, Vedat und Duran –, die sich weder in der Schweiz vollständig zugehörig fühlen können, noch in der Türkei, dem Land ihrer Vorfahren, eine tatsächliche Heimat finden.

  • Perspektive: Der Film verzichtet auf wertende Kommentare und setzt stattdessen auf eine beobachtende Erzählweise. Er porträtiert die Einzelschicksale von drei Männern, die aufgrund von Straftaten aus der Schweiz ausgewiesen wurden.
  • Fragestellung: Das Werk wirft grundlegende gesellschaftliche Fragen auf: Was definiert Heimat? Was bedeutet es für die Identität eines Menschen, aus seiner sozialen und kulturellen Umgebung in eine «fremde Heimat» verbannt zu werden?
  • Wirkung: Der Film dient als kritische Auseinandersetzung mit der Ausschaffungspraxis und fordert dazu auf, über die Folgen für die Betroffenen nachzudenken, ohne dabei die begangenen Straftaten zu beschönigen.

Produktion und Hintergrund

«Arada» entstand als Masterfilm im Rahmen des Filmstudiums von Jonas Schaffter und wurde von der soap factory GmbH koproduziert. Das Projekt genoss breite Unterstützung durch diverse Schweizer Institutionen, darunter das Bundesamt für Kultur (BAK), SRF, die Landis & Gyr Stiftung sowie verschiedene kantonale Fachausschüsse für Film und Medienkunst.

Technische Eckdaten:

  • Regie & Drehbuch: Jonas Schaffter
  • Genre: Dokumentarfilm
  • Produktionsjahr: 2020
  • Länge: 83 Minuten
  • Eignung: Empfohlen für Sekundarstufe I und II

  1. ARADA - VERBANNT IN EINE FREMDE HEIMAT (InCine) – Umfassende Informationen zum Film inkl. pädagogischer Einordnung für Schulen.
  2. Arada - Filmstudieren.ch – Detaillierte Credits, Produktionshintergründe und Unterstützer des Schweizer Dokumentarfilms.
  3. Arada - Coalmine Event-Archiv – Eine filmische Zusammenfassung, die den Fokus auf die beobachtende Erzählweise des Regisseurs legt.

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Schweizer Filme
Arada
Arada
Switzerland, January 2020
Die Geschichte dreier türkischstämmiger Männer. Sie sind in der Schweiz aufgewachsen, aber wegen Straftaten in die Heimat ihrer Eltern ausgewiesen worden – die Türkei. Mit der Verbannung nach ihrer abgesessenen Haft werden sie doppelt bestraft. Sie leben in einem Land, das nicht das ihre ist. In einem Land, das sich gerade in rasantem Tempo Richtung Diktatur bewegt und ihnen fremder wird denn je.
von Jonas Schaffter
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Quelle: swissfilms.ch