Steckbrief: Die Verkannte Kürbisspinne (Araniella opisthographa)

Die Araniella opisthographa, im Volksmund oft als Verkannte Kürbisspinne bezeichnet, gehört zur Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Sie ist eng mit der bekannteren Araniella cucurbitina verwandt und optisch nur schwer von dieser zu unterscheiden.

Biologie und Aussehen

  • Wissenschaftlicher Name: Araniella opisthographa (Kulczynski, 1905)
  • Familie: Araneidae (Echte Radnetzspinnen)
  • Merkmale: Der Hinterleib (Opisthosoma) weist bei erwachsenen Tieren oft eine charakteristische, fast kugelrunde Form auf, die an eine kleine Kürbisfrucht erinnert. Die Färbung ist meist hellgrün bis gelblich. Eine sichere Unterscheidung zur Araniella cucurbitina erfolgt meist nur durch eine mikroskopische Untersuchung der Genitalstrukturen (Epigyne bzw. Pedipalpus).
  • Verbreitung: Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa bis nach Zentralasien.

Lebensweise und Vorkommen

  • Habitat: Die Spinne ist häufig in der Krautschicht, auf Sträuchern und in Streuobstwiesen anzutreffen. Sie gilt in vielen Habitaten als Indikatorart für ökologisch wertvolle Flächen.
  • Netzbau: Wie alle Arten der Gattung Araniella baut sie kleine, meist horizontale oder leicht schräg stehende Radnetze, in denen sie oft gut getarnt in der Nähe ihres Netzes lauert.
  • Status in der Schweiz & Europa: Die Art gilt in vielen Regionen als weit verbreitet und ist laut aktuellen Einstufungen (z. B. Rote Liste Zentrum) als "ungefährdet" eingestuft. In der Schweiz ist sie als Teil der heimischen Spinnenfauna präsent, wobei die Bestimmung aufgrund der Ähnlichkeit zur A. cucurbitina oft eine Herausforderung für Laien darstellt.

Zusammenfassung zur Unterscheidung

Die "Verkannte" Kürbisspinne erhielt ihren Namen aufgrund der Tatsache, dass sie lange Zeit mit der gewöhnlichen Kürbisspinne verwechselt wurde. Während für die Feldbeobachtung oft der Name "Kürbisspinne" allgemein verwendet wird, erfordert eine wissenschaftlich exakte Bestimmung den Abgleich der morphologischen Merkmale, die insbesondere im araneae-Datenbanksystem des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern (NMBE) detailliert dokumentiert sind.


Empfohlene weiterführende Quellen

  1. araneae - Spinnen Europas (NMBE) – Die wissenschaftliche Referenzdatenbank für Spinnenbestimmung in Europa.
  2. Rote Liste Zentrum - Wirbellose Tiere – Informationen zum Gefährdungsstatus und zur Systematik.
  3. Spinnen in Bayern - Araniella opisthographa – Detaillierte Karte der Funde und taxonomische Einordnung.

Vielleicht auch interessant


Alopecosa inquilina

Araneus circe

Araniella opisthographa

Clubiona sp Jungtier

Drassodes sp

Eichblatt-Radspinne

Enoplognatha

Gartenkreuzspinne

Goldgelber

Heliophanus cf. kochii

Heliophanus melinus

Herbstspinne

Labyrinthspinne

Linyphia sp

Marpissa nivoyi

Opuntienspinne

Oxyopes lineatus

Pardosa lugubris

Pisaura mirabilis

Salticus cingulatus

Salticus zebraneus

Steifenkreuzspinne

Tmarus cf piger Weibchen

Trochosa cf. robusta

Xerolycosa miniata
War das hilfreich?