Arbereshe: Dokumentation und kulturelles Erbe im Schweizer Kontext

Die Arbereshe, die albanischsprachige Minderheit in Italien, sind Nachfahren von Bevölkerungsgruppen, die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert vorwiegend aus Albanien und Epirus nach Süditalien flohen. Ihre Geschichte, Sprache und byzantinischen Traditionen sind bis heute in Regionen wie Kalabrien (insbesondere in der Provinz Cosenza) lebendig.

Der Film: "Arbereshe – Ein Migrationsblues"

Ein wesentlicher Beitrag zur filmischen Aufarbeitung dieser Identität ist der Dokumentarfilm "Arbereshe – Ein Migrationsblues" (2003/2005).

  • Produktion & Hintergründe: Der Film entstand in Koproduktion mit dem Schweizer Fernsehen und wurde unter anderem von Georg Häsler und Hilmi Gashi realisiert. Für Hilmi Gashi gehört dieses Werk zu seinen persönlichen „Herzensprojekten“.
  • Thematischer Kern: Der Film verknüpft die Migrationsgeschichten zweier Protagonisten: Francesco aus Santa Sofia d’Epiro (ein Arbereshe-Dorf in Kalabrien) und Hilmi Gashi, der aus der Umgebung von Prizren (Kosova) stammt.
  • Schweizer Bezug: Neben der Koproduktion durch das Schweizer Fernsehen existieren weitere lokale Verbindungen, etwa durch öffentliche Veranstaltungen (z.B. im Breitsch-Träff in Bern) oder Fachleute, die sich in der Schweiz mit der Arbereshe-Kultur auseinandersetzen. Auch im Bereich der kulturellen Vernetzung, wie etwa durch das HelveticALForum, wird die historische Bedeutung der Arbereshe thematisiert.

Kulturelle Einordnung

Die Arbereshe zeichnen sich durch eine bewahrte albanische Sprachidentität und ihre enge Bindung an den byzantinischen Ritus aus. Ihr Überleben als Minderheit ist eng mit der Geschichte ihrer Siedlungsgebiete verknüpft, in denen sie oft auf schwierigem landwirtschaftlichem Boden Zuflucht fanden. Auch in der modernen Wahrnehmung, etwa in der Literatur oder der Auseinandersetzung mit historischen Persönlichkeiten wie Francesco Crispi, bleibt die Identität der Arbereshe ein Symbol für die Brücke zwischen albanischen Wurzeln und italienischer Heimat.


  1. Arbereshe – Ein Migrationsblues (Bewegungsmelder)
  2. Biografie und Medienübersicht von Hilmi Gashi
  3. Hintergrundinformationen zur Geschichte der Arbereshe

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Arbereshe
Arbereshe
Switzerland, January 2003
Hilmi Gashi (Journalist, 34) und Francesco Micieli (Schriftsteller) reisen zusammen von Bern nach Süditalien und von dort weiter über die Adria auf den Balkan. Francesco stammt ursprünglich aus Santa Sofia d'Epiro (Arbereshe-Dorf in Kalabrien), Hilmi aus einem Dorf bei Prizren (Kosova). Beide haben eine gemeinsame Sprache (Albanisch und Deutsch), gelten in der Schweiz als besonders gut integriert und beschäftigen sich intensiv mit ihrer Migrationsgeschichte. Das Reisen gibt die Dramaturgie des Films und ist eine Metapher für das Phänomen der Migration. Hilmi und Francesco machen Station in Santa Sofia d'Epiro, Tirana (Albanien) und Prizren. Diese Orte des Verharrens geben die Szenerie für Begegnungen mit Menschen, die in der Migrationsgeschichte von Hilmi und Francesco eine Bedeutung haben.
von Georg Häsler Sansano, Hilmi Gashi
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Quelle: swissfilms.ch