Übersicht: Das Artilleriewerk Commeire und die Festungsachse Grand St-Bernard

Das Artilleriewerk Commeire (auch als Werk Dzondène bezeichnet) ist ein integraler Bestandteil der schweizerischen Verteidigungsstrategie im Kanton Wallis. Es bildet gemeinsam mit den Werken von Bourg-St-Pierre und Sapinhaut ein taktisches Gesamtsystem, das strategisch entlang der Achse des Grossen St. Bernhard angelegt wurde.

Historischer Kontext und Funktion

  • Strategische Bedeutung: Die Festungsanlagen im Raum des Grossen St. Bernhard dienten primär der Kontrolle der wichtigen Nord-Süd-Verkehrsachse und der Sicherung gegen potenzielle Vorstösse durch das Val d’Entremont.
  • Modernisierung: Die Anlage von Commeire (Dzondène) gehört, zusammen mit dem 1991 fertiggestellten Fort von Sapinhaut, zu den moderneren Entwicklungen innerhalb der Schweizer Festungslandschaft. Diese Werke ersetzten im Laufe der Zeit ältere, konventionelle Artilleriewerke und spiegeln die technische Evolution der Schweizer Landesverteidigung wider.
  • Verteidigungsverbund: Das Werk war konzipiert, um im Zusammenwirken mit den benachbarten Forts eine schlagkräftige Artillerieunterstützung für die dort operierenden Infanterietruppen zu leisten.

Einordnung in die Schweizer Festungsgeschichte

Während im Berner Oberland (z. B. das Artilleriewerk Waldbrand bei Beatenberg) riesige Felsenfestungen des Reduit-Konzepts dominierten, die ab 1941 entstanden, fokussierte man sich im Wallis auf die Sicherung der Alpenübergänge. Die Anlagen am Grossen St. Bernhard stellen eine spezifische Ausprägung der schweizerischen Festungstaktik dar, die auf Flexibilität und moderne Feuerkraft setzte, um das schwierige Gebirgsgelände effektiv zu dominieren.

Zusammenfassung der technischen Rolle

  • Artilleristisches Konzept: Einsatz als weitreichendes Unterstützungsorgan für die Verteidigung der Achse Martigny–Aosta.
  • Systemzugehörigkeit: Teil eines dreiteiligen Verteidigungsriegels (Bourg-St-Pierre, Dzondène/Commeire, Sapinhaut).
  • Status: Diese modernen Werke repräsentieren den technologischen Endpunkt des grossflächigen Festungsbaus in der Schweiz, bevor nach Ende des Kalten Krieges eine umfassende Reduktion der Festungstruppen stattfand.

Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Fort von Sapinhaut - Einblicke in die moderne Festung am Grossen St. Bernhard
  2. Festung Oberland - Informationen zum Artilleriewerk Waldbrand (Vergleichsobjekt)
  3. Verein Schweizer Armeemuseum - Geschichte und Dokumentation der Festungswerke

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