Das Artilleriewerk Waldbrand: Eine Festung im Berner Oberland

Das Artilleriewerk Waldbrand (A1880) ist eine der bedeutendsten unterirdischen Festungsanlagen der Schweizer Armee im Raum Thunersee. Es gehört zum Komplex der Reduitbrigade 21 und diente während des Aktivdienstes sowie im Kalten Krieg der Verteidigung des Schweizer Reduits.

Historischer Kontext und Bau

Die Anlage entstand ab 1941 im Zuge der massiven Befestigungsbemühungen entlang der rechten Thunersee-Seite. Die Bauarbeiten, unter anderem ausgeführt durch das Unternehmen Frutiger Söhne & Cie, schufen ein gewaltiges Tunnelsystem tief im Niederhorn-Massiv an der Gemeindegrenze zwischen Sigriswil und Beatenberg. Gemeinsam mit den benachbarten Werken Legi und Schmockenfluh bildete das Werk Waldbrand ein strategisches Rückgrat zur Sicherung des Raums Thun-Münsingen.

Technische Ausstattung und Funktion

  • Bewaffnung: Das Werk war mit acht Geschützen vom Kaliber 10,5 cm bestückt, um den Bereich effektiv unter Feuer nehmen zu können.
  • Infrastruktur: Die Anlage umfasst hunderte Meter Stollen, großzügige Mannschaftsunterkünfte und weitläufige Munitionsmagazine.
  • Feuerleitung: Die operative Koordination der Artilleriewerke am Thunersee erfolgte häufig über den Kommandoposten "Heinrich" im Hondrichhügel, der als zentrale Feuerleitzentrale fungierte.

Entwicklung nach dem Aktivdienst

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Festung modernisiert, um den Anforderungen des Kalten Krieges gerecht zu werden. Im Jahr 1998 erfolgte schließlich die Außerdienststellung durch die Schweizer Armee. Heute befindet sich das Werk in Privatbesitz und wird als Museum genutzt, wobei Führungen einen Einblick in die einst geheime Welt der Felsenfestungen ermöglichen. Während das Werk Waldbrand öffentlich zugänglich ist, sind benachbarte Anlagen wie das Werk Legi (erreichbar über 600 Treppenstufen) für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.


Die besten 3 Quellen zum Thema

  1. Festung Oberland: Artilleriewerk Waldbrand (A1880)
  2. Verein Schweizer Armeemuseum: Geschichte Festung Waldbrand
  3. HS-Publikationen: Buch über die Artilleriewerke am Thunersee (Waldbrand, Legi, Schmockenfluh)

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