Die zwei Gesichter Asiens: Invasive Käferarten in der Schweiz

In der Schweiz sorgen zwei asiatische Käferarten aufgrund ihrer invasiven Natur für besondere Aufmerksamkeit. Während der Asiatische Marienkäfer vor allem als Lästling und Konkurrent heimischer Arten bekannt ist, stellt der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) eine existenzielle Bedrohung für den Schweizer Baumbestand dar.

1. Der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis)

Dieser Käfer wurde ursprünglich zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt, hat sich jedoch unkontrolliert ausgebreitet und gilt heute als invasiver Neozoon.

  • Erscheinungsbild: Zeigt eine enorme Farbvariabilität – von tiefschwarz mit roten Punkten bis hin zu leuchtend gelb-orangen Formen mit variabler Punktierung.
  • Problematik:
    • Verdrängung: Er verdrängt durch seine starke Ausbreitung einheimische Arten wie den Siebenpunkt-Marienkäfer.
    • Landwirtschaft: Bei der Weinlese kann er zum Problem werden; bereits ein Käfer pro Kilogramm Trauben kann den Geschmack des Weins durch sein Sekret negativ beeinflussen.
    • Hausbesuche: Im Herbst suchen sie in Massen Fassaden auf, um in Ritzen und Spalten zu überwintern, was für Bewohner lästig sein kann.
  • Empfehlung: Gegen das Eindringen in Gebäude hilft das Abdichten von Fugen. In Innenräumen können sie mechanisch mit dem Staubsauger entfernt werden (Tipp: Staubsack zur Abtötung in den Tiefkühler legen).

2. Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis)

Der ALB gilt in der Schweiz als gefährlicher Quarantäne-Schädling. Er befällt gesunde Laubbäume und bringt diese durch seine gefrässigen Larven zum Absterben.

  • Besonderheiten:
    • Lebensweise: Die Larven bohren sich tief in das Holz. Da sie oft in Baumkronen leben, ist ein Befall äusserst schwierig frühzeitig zu erkennen.
    • Bekämpfung: Sobald ein Befall entdeckt wird, müssen oft weitreichende Massnahmen ergriffen werden. In der Schweiz wurden bereits hunderte Bäume gefällt, um die Ausbreitung zu stoppen (z. B. in Winterthur).
    • Überwachung: Die Schweiz führt intensive Kontrollen durch. Dabei kommen spezialisierte ALB-Spürhunde zum Einsatz, die den Geruch der Käfer wahrnehmen können, für den der Mensch blind ist.
  • Status in der Schweiz: Der Käfer wurde seit 2011 bereits in sieben Kantonen nachgewiesen. Er stellt eine grosse Gefahr für Siedlungsbäume und den Wald dar.

Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB) - WSL Waldschutz – Offizielle Informationen zu Identifikation und Bekämpfung in der Schweiz.
  2. Asiatischer Marienkäfer - Umweltberatung Luzern – Praktische Tipps zum Umgang mit den Käfern als Lästlinge im Haushalt.
  3. Asiatischer Laubholzbockkäfer - Spycher Baumpflege GmbH – Einblick in die Schwierigkeiten der frühzeitigen Erkennung und baumpflegerische Perspektiven.

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Käfer
Asiatischer
Merkmale: Alle Aufnahmen habe ich auf einer Fläche von 2 m2 auf Schloss Wartensee, Rorschacherberg, SG, CH, am 19.8.07 gemacht. Foto 1: schwarz-dominante Variante; das M auf dem Halsschild ist nicht mehr sichtbar, nur noch ein schwarzer Fleck; Foto 2: alle schwarzen Punkte sind nur noch leicht angedeutet; Foto 3: nur noch die vordersten schwarzen Punkte sind erkennbar; Foto 4: die schwarzen Punkte verbinden sich teilweise; das M auf dem Halsschild ist nicht mehr sichtbar, nur noch ein schwarzer Fleck; Foto 5: Larve am häuten
Asiatischer Marienkäfer 2
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Quelle: insects.ch