Übersicht: Die autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT)

Die autologe Chondrozyten-Transplantation (ACT) ist ein hochspezialisiertes biologisches Verfahren zur Regeneration von Knorpeldefekten. Da sie körpereigenes Gewebe verwendet, entfällt das Risiko von Abstossungsreaktionen.

Funktionsweise und Verfahren

Bei der ACT werden körpereigene Knorpelzellen (Chondrozyten) in einem zweizeitigen operativen Verfahren genutzt:

  1. Entnahme: In einer ersten Operation wird gesundes Knorpelgewebe entnommen.
  2. Anzüchtung: Im Labor werden diese Zellen vermehrt.
  3. Transplantation: Nach etwa vier bis acht Wochen werden die angezüchteten Zellen in den Knorpeldefekt eingebracht.

Varianten und Weiterentwicklungen

  • ACT/MACT: Die Transplantation kann mit (Matrix-gestützt) oder ohne Trägermaterial erfolgen. Bei der Matrix-gestützten Variante (MACI) dienen Vliese oder Gele als Gerüst, um die Zellen im Defekt zu halten.
  • Minced Cartilage (Knorpelchips): Eine modernere, oft arthroskopische Alternative, bei der zerkleinerte Knorpelstücke direkt fixiert werden, was den Prozess vereinfacht.
  • OAT (Osteochondrale autologe Transplantation): Ermöglicht bei kleineren Defekten (bis ca. 4 cm²) die Transplantation von Knochen-Knorpel-Zylindern in einer Sitzung.

Indikationen und Zielgruppen

  • Die ACT ist primär für symptomatische Knorpelschäden (Grad 3–4) indiziert, insbesondere wenn die Defektgröße 2–3 cm² überschreitet.
  • In der Schweiz wird das Verfahren in spezialisierten Zentren (z. B. Schulthess Klinik) durchgeführt.
  • Nach dem Eingriff ist eine konsequente Rehabilitation essenziell, oft unterstützt durch den Einsatz motorisierter Bewegungsschienen (CPM-Geräte), um die Gelenkbeweglichkeit zu fördern und den Heilungserfolg zu sichern.

Wichtige Aspekte in der Schweiz

  • Rechtlicher Rahmen: Das Transplantationsgesetz der Schweiz regelt den Umgang mit Geweben. Autologe Transplantationen, bei denen das Gewebe desselben Patienten transplantiert wird, unterliegen spezifischen regulatorischen Anforderungen.
  • Versorgung: Renommierte Schweizer Kliniken nutzen die ACT als etablierte Methode zur Knorpelreparatur, um die Lebensqualität bei Gelenkproblemen nachhaltig zu verbessern.

  1. Schulthess Klinik: Knorpelchips-Implantation (Minced Cartilage)
  2. Medical Tribune Schweiz: Bohren, brechen und stanzen in der Knorpelwerkstatt
  3. BAG Schweiz: Kennzahlen zur Spende und Transplantation von Geweben
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