Die historische Begegnung: Bach und Buxtehude

Die künstlerische Verbindung zwischen Johann Sebastian Bach und Dietrich Buxtehude ist ein zentrales Thema der Musikgeschichte. Im Jahr 1705 unternahm der junge Bach eine legendäre, rund 400 Kilometer lange Fußreise von Arnstadt nach Lübeck, um den damals als bedeutendsten Meister geltenden Buxtehude zu hören und von ihm zu lernen.

Zusammenfassung der Thematik

  • Der legendäre Fußmarsch: Die Reise von Bach zu Buxtehude nach Lübeck wird oft als bildungsrelevanter Wendepunkt in Bachs Leben beschrieben. Die Eindrücke aus diesen drei Monaten prägten Bachs kompositorische Entwicklung nachhaltig, insbesondere in seinem frühen Kantatenschaffen (z.B. Actus tragicus).
  • Musikalische Verbindung: Buxtehude gilt als Vorbild für Bach. Werke wie Bachs frühe Kantaten oder Orgelkompositionen zeigen die direkte Traditionslinie auf. Auch zeitgenössische Interpretationen – sei es durch Pianisten wie Francesco Tristano oder spezialisierte Barockensembles – greifen diese Verbindung immer wieder auf.
  • Präsenz in der Schweiz: Das Thema findet auch in der Schweizer Musikszene großen Anklang. Regelmäßig widmen sich Schweizer Ensembles und Konzerthäuser dieser Symbiose:
    • Bach Collegium Zürich: Veranstaltet Konzerte (z. B. in der Wasserkirche), die explizit den musikalischen Dialog zwischen Buxtehude, Fux und Bach in den Fokus rücken.
    • Les Concerts (Genf): Organisiert Themenkonzerte unter dem Titel „Le voyage à Lübeck“, die sich sowohl der historischen Reise als auch dem musikalischen Erbe widmen.
    • La Cetra (Basel): Das renommierte Vokalensemble und Barockorchester interpretiert regelmäßig Schlüsselwerke von Buxtehude, wobei stets der enge Bezug zu Bach hervorgehoben wird.

Bedeutung

Die Begegnung symbolisiert nicht nur den Austausch zwischen zwei Generationen, sondern auch den Übergang vom norddeutschen Barock hin zu Bachs eigenständiger Tonsprache. Während Buxtehude zu Lebzeiten ein gefeierter Meister war, verdankt er einen Teil seiner heutigen Popularität dem Umstand, dass er Bachs künstlerisches Fundament entscheidend mitgeprägt hat.


  1. Bach rencontre Buxtehude (Daniel Kunzi) – Ein detaillierter Rückblick auf die historische Begegnung und moderne Interpretationen.
  2. Le voyage à Lübeck & l'héritage de Buxtehude (Genf) – Informationen zu aktuellen Konzertprogrammen in der Schweiz, die sich dem Austausch zwischen den Komponisten widmen.
  3. Bach Collegium Zürich – Konzertrückblick – Dokumentation eines Konzertprogramms, das Buxtehude und Bach in der Zürcher Wasserkirche gegenüberstellt.

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Bach rencontre Buxtehude
Bach rencontre Buxtehude
Switzerland, March 2010
Als Bach 1750 stirbt, schildert Buxtehudes Tochter ihre Begegnung mit dem Mann, der später der grösste Musiker aller Zeiten sein wird. Die Stimme der Off-Sprecherin Marthe Keller wird von Stücken Buxtehudes untermalt, die Francesco Tristano Schlimé erstmals auf dem Klavier interpretiert.
von Daniel Künzi
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Quelle: swissfilms.ch