Das Bachneunauge: Ein unterschätztes Urwesen der Schweizer Gewässer

Das Bachneunauge (Lampetra planeri) ist einer der urtümlichsten Bewohner unserer Fließgewässer und wurde vom Schweizerischen Fischerei-Verband (SFV) zum Fisch des Jahres 2017 gekürt. Seine Wahl diente dazu, auf die Notwendigkeit natürlicher und revitalisierter Lebensräume aufmerksam zu machen.

Steckbrief und Besonderheiten

  • Wissenschaftlicher Name: Lampetra planeri
  • Körperbau: Das Bachneunauge besitzt weder Knochen noch Kiefer. Es verfügt stattdessen über eine primitive Wirbelsäule aus Bindegewebe.
  • Namensherkunft: Der Name ist irreführend, da das Tier keine neun Augen besitzt. Die Bezeichnung leitet sich von den sieben Kiemenöffnungen pro Körperseite ab, die zusammen mit dem Auge und dem Nasenloch (insgesamt neun Öffnungen) oft missinterpretiert wurden.
  • Status in der Schweiz: Das Bachneunauge gilt laut Roter Liste als stark gefährdet und genießt eine hohe nationale Priorität im Artenschutz.

Lebensraum und Gefährdung

In der Schweiz ist das Bachneunauge existenziell bedroht. Zu den Hauptursachen für seinen Rückgang zählen:

  • Gewässerverbauung: Die Eindolung und Kanalisierung von Wiesengräben und kleinen Fliessgewässern zerstören essenzielle Laich- und Lebensräume.
  • Wanderhindernisse: Das Tier reagiert sehr empfindlich auf Barrieren in Gewässern, die seine notwendigen Wanderungen unterbinden.
  • Wasserqualität: Gewässerverschmutzungen setzen der ohnehin sensiblen Art stark zu.

Bedeutung für den Naturschutz

Die Wahl zum Fisch des Jahres 2017 durch den SFV war ein starkes politisches und ökologisches Signal. Da das Bachneunauge sehr spezifische Ansprüche an seinen Lebensraum stellt, fungiert es als Indikator für die Qualität von Fliessgewässern. Projekte, wie etwa im Smaragdgebiet Oberaargau, zeigen, wie durch gezielte Revitalisierungen versucht wird, dem Überleben dieses „lebenden Fossils“ eine Perspektive zu geben.


Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Schweizerischer Fischerei-Verband (SFV): Fisch des Jahres 2017 – Bachneunauge
  2. WWF Schweiz: Factsheet und Artenschutz zum Bachneunauge
  3. Hooked.ch: Porträt und Hintergründe zum Bachneunauge

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Fische Schweiz
Bachneunauge
Die kieferlosen Rundmäuler, zu denen auch das Bachneunauge gehört, werden stammesgeschichtlich als Vorfahren der Fische betrachtet und gelten nicht als echte Fische. Sie besitzen einen aalähnlichen Körper und ein scheibenförmiges Saugmaul mit Hornzähnen. Ohne Kiefer, Schuppen, Schwimmblase oder paarige Flossen. Erwachsene Tiere (Lampreten) mit zwei ineinander übergehenden Rückenflossen. Seitlich hinter dem Kopf mit sieben Kiementaschen und einer unpaaren Nasengrube, welche zusammen mit den Augen den Eindruck von neun Augen vermitteln (Namensgebung). Rücken dunkelbraun, mit gräulich hellem Bauch. Jungtiere (Querder) mit niedrigem Flossensaum vom Rücken bis zur Schwanzspitze und ohne Saugmaul und Hornzähne. Auffallend ist das Fehlen der Augen (Augenanlagen unter der Haut). Länge der erwachsenen Tiere bis maximal 20 cm.
Bachneunauge
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Quelle: vol.be.ch