Balazher: Die Konstruktion und Korrektur von Wirklichkeiten

Der Begriff „Wirklichkeit“ wird in der Schweizer Medien- und Bildungslandschaft nicht als feststehende Gegebenheit, sondern als dynamisches Konstrukt verstanden. Ob in der Statistik, der Fotografie, dem Journalismus oder der Psychologie – überall finden sich Prozesse, in denen Wirklichkeit abgebildet, hinterfragt oder aktiv korrigiert wird.

Zentrale Aspekte der Wirklichkeitskonstruktion

  • Statistik als Wirklichkeitsmacherin: In der Schweiz zeigen Beispiele wie das Bruttoinlandprodukt oder Wahlergebnisse, dass Statistiken eine hohe Gestaltungsmacht besitzen. Das Bundesamt für Statistik (BfS) nimmt hier eine Schlüsselrolle ein: Durch spätere Korrekturen von Daten kann eine „statistisch geschaffene Wirklichkeit“ auch wieder revidiert werden, was politische Konsequenzen haben kann.
  • Mediale Abbilder und Medienpädagogik: Medien bilden die Welt nicht objektiv ab, sondern konstruieren sie. In der Schweizer Medienbildung (z.B. „Makerbox Wirklichkeiten“ in Baar) wird Schülern vermittelt, dass jede mediale Darstellung ein Verzerrungspotenzial birgt und es nicht die eine „objektive“ Wirklichkeit gibt.
  • Journalismus und Literatur: Publizisten wie Fredi Lerch betonen, dass erst die Verbindung von journalistischer Faktenreihung mit essayistischen Elementen eine präzisere und mehrdeutige Abbildung der Wirklichkeit ermöglicht. „Korrekturen“ werden hier als fortlaufender Prozess des Schreibens und Reflektierens begriffen.
  • Technik und Wahrnehmung:
    • Fotografie: Geometrische Korrekturen (z.B. Entzerren von Linien) helfen, ein Bild so darzustellen, wie das menschliche Auge es wahrnimmt.
    • Optik: Bei Augenoptikern (z.B. Peter Optik) werden physische Korrekturen vorgenommen, um das scharfe Sehen erst zur „Wirklichkeit“ werden zu lassen.
  • Konstruktivistisches Coaching: Ansätze in der Schweizer Coaching-Szene gehen davon aus, dass Wirklichkeit subjektiv ist. Die Arbeit am Individuum erfordert hier „Korrekturen“ der eigenen Sichtweise, um eine authentischere Lebenswirklichkeit zu erreichen.
  • Gesellschaftliche Revisionen: Auch auf institutioneller Ebene, etwa im kirchlichen Diskurs (Synodaler Prozess), wird über Korrekturen der Lehre diskutiert, um die „ungeschminkte Wirklichkeit“ moderner Lebensrealitäten besser abzubilden.

Fazit

Die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit in der Schweiz findet auf vielen Ebenen statt: von der kritischen Distanz gegenüber Statistiken über die technische Bildoptimierung bis hin zur individuellen persönlichen Entwicklung. Gemeinsam ist all diesen Bereichen die Erkenntnis, dass „Korrekturen“ notwendig sind, um Fehlwahrnehmungen entgegenzuwirken und die komplexen Strukturen unserer Welt greifbar zu machen.

Empfohlene Ressourcen

  1. Wie Statistiken Wirklichkeiten schaffen (Servan Grüninger)
  2. Mehr als eine Wirklichkeit – Medienbildung in Baar
  3. Die Wirklichkeiten unter dem Strich (Fredi Lerch)

Vielleicht auch interessant


1927

Above And Below

Als die Sonne vom Himmel fiel

Cyanure

Der Mensch meines Lebens bin ich

Écorce

Flying Home

Gran Canaria

Herzens-Freude

Jo Siffert Live Fast - Die Young

Katabui, au coeur d`Okinawa

Keeper

Köhlernächte

Köpek

La lumière des étoiles

Le dernier oeil

Leonardo da Vinci e il ritratto conteso di I...

Länger leben

L`inatteso

Papa Moll

Rien ne va plus

Rio Sonata

Schellen-Ursli

Vaters Garten

Wolkenreiter
War das hilfreich?
Schweizer Filme
Balazher. Korrekturen der Wirklichkeit
Balazher. Korrekturen der Wirklichkeit
Switzerland, November 2013
Systeme kommen und gehen; aber der Mensch bleibt. Seit Sowjetzeiten verkehrt ein Linienbus entlang der ukrainischen Grenze zur EU. An dieser Schnittstelle der Geopolitik ist der Bus so fragil, wie die Vergangenheit selbst. Ob der Bus kommt oder nicht, die Fahrgäste warten geduldig an der Haltestelle und träumen davon, dass er sie mitnimmt – vielleicht in eine bessere Zukunft.
von Lesia Kordonets
KImehr über Balazher. Korrekturen der Wirklichkeit
Quelle: swissfilms.ch