Barium (Ba): Ein vielseitiges Erdalkalimetall im Fokus von Wissenschaft und Praxis

Barium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ba und der Ordnungszahl 56. Es gehört zur Gruppe der Erdalkalimetalle und ist aufgrund seiner hohen chemischen Reaktivität in der Natur niemals in elementarer Form, sondern ausschließlich in Verbindungen (vorwiegend als Baryt oder Witherit) zu finden.

1. Chemische und physikalische Eigenschaften

  • Bezeichnung: Der Name leitet sich vom griechischen Wort „barys“ ab, was „schwer“ bedeutet.
  • Erscheinungsbild: Ein weiches, silbrig-weißes Metall mit einem blassen Gelbstich.
  • Historie: Das Element wurde 1772 identifiziert und konnte 1808 erstmals durch Elektrolyse als metallisches Barium gewonnen werden.

2. Barium in Deutschland und der Forschung

In Deutschland wird Barium intensiv in verschiedenen Fachbereichen untersucht:

  • Lebensmittelforschung: Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) befasst sich mit der Analyse von Spurenelementen in Lebensmitteln. So wurde etwa nachgewiesen, dass Paranüsse aus kalziumarmen Böden Barium aufnehmen können, wobei die tatsächliche Bioverfügbarkeit für den Menschen jedoch weit unter den kritischen Grenzwerten liegt.
  • Homöopathie und Veterinärmedizin: In Deutschland findet die Verbindung Barium carbonicum Anwendung in der homöopathischen Tiermedizin, wo sie bei spezifischen Konstitutionstypen (oft assoziiert mit Entwicklungsverzögerungen oder Stressreaktionen) eingesetzt wird.

3. Anwendung in der Riffaquaristik

Ein bedeutendes Einsatzfeld für Barium in der modernen Aquaristik ist die Korallenzucht. Da Barium chemisch mit Calcium und Strontium verwandt ist, wird es von Steinkorallen in das Kalkskelett eingebaut. Viele deutsche Fachanbieter (wie Bartelt oder OSCI-MOTION) führen spezielle Barium-Spurenelementlösungen, um die Konzentration im Riffaquarium in einem physiologisch optimalen Bereich (typischerweise 5–30 µg/l) zu halten.

4. Sicherheitshinweise

Es ist zu beachten, dass viele wasserlösliche Bariumverbindungen hochgiftig sind. In der industriellen Anwendung wird unlösliches Bariumsulfat jedoch beispielsweise als Additiv bei der Erdölbohrung geschätzt.


Die besten Quellen zu Barium

  1. Element Barium (pse-info.de) – Umfassende technische und historische Daten zum Element.
  2. Das Periodensystem online – Barium – Kompakte Übersicht mit physikalischen Eigenschaften.
  3. Die Wahrheit über Paranüsse (foodtec-insider.de) – Wissenschaftlicher Kontext zum Vorkommen von Barium in Lebensmitteln mit Bezug zum HZDR.
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Chem. Elemente
Barium (Ba / 56)
Molmasse 137.33 g mol-1
Elektronegativität / Pauling 0.9
Dichte bei 20° 3.5 g cm-3
Schmelzpunkt 725 °C
Siedepunkt 1696 °C
Atomradius (Van der Waals) 0.222 nm
Ionenradius 0.135 nm
Isotope 7
Standardpotential -2.90 V
Die natürlich vorkommenden Bariumkonzentrationen sind sehr gering. Höhere Mengen können nur im Boden und in manchen Nahrungsmitteln gefunden werden. Dazu zählen Nüsse, Seetang, Fische und bestimmte Pflanzen. Die Konzentrationen sind aber so klein, dass sie gewöhnlich für die Gesundheit keine Gefahr darstellen. Jene Menschen, die aufgrund ihrer Arbeit mit Barium hantieren müssen, können jedoch so stark damit belastet sein, dass gesundheitliche Schäden auftreten. Das grösste Risiko geht vom Einatmen von mit Barium-Sulphat oder Barium-Karbonat gesättigter Luft aus.
→ mehr Elemente (Periodensystem)