Bartgeier Vogel
Der Bartgeier – König der Alpen
Der grösste Vogel der Schweizer Alpen
Der Bartgeier (Gypaetus barbatus) ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 3 Metern der grösste einheimische Vogel der Schweiz und übertrifft damit sogar den Steinadler. Trotz seiner imposanten Grösse ist er für Menschen und Nutztiere vollkommen harmlos. Er ernährt sich hauptsächlich von Knochen toter Tiere, die er aus grosser Höhe fallen lässt, um an das Mark zu gelangen – daher auch der Name «Knochenfresser».
Geschichte der Ausrottung und Wiederansiedlung
Im 19. Jahrhundert wurde der Bartgeier in den Alpen intensiv verfolgt und mit vergifteten Ködern bekämpft. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt er in der Schweiz und weiten Teilen Europas als ausgerottet.
Seit den 1980er Jahren läuft eines der erfolgreichsten Wiederansiedlungsprojekte Europas. 1986 wurde in Österreich der erste Bartgeier ausgewildert, 1991 folgte die Schweiz. Die Stiftung Pro Bartgeier arbeitet seither mit Partnern wie der EWO (Ewolina) daran, den majestätischen Greifvogel in seinen angestammten Lebensraum zurückzubringen.
Heute leben wieder rund 250 Bartgeier im gesamten Alpenraum – ein beeindruckender Erfolg. In der Zentralschweiz, insbesondere über der Melchsee-Frutt (Obwalden), sind die Vögel inzwischen regelmässig zu beobachten.
Bartgeier in der Schweiz – aktuelle Beispiele
- Ewolina: Ein weiblicher Bartgeier, der im Rahmen eines Namenswettbewerbs der EWO getauft wurde und über der Melchsee-Frutt aufwuchs.
- Jordan: Wurde entkräftet beim Jaunpass (Kanton Freiburg) gefunden, aufgepäppelt und erfolgreich wieder freigelassen.
- Donna Elvira: 2021 in der Zentralschweiz ausgewildert, erlitt später eine schwere Verletzung und wurde im Tierpark Goldau behandelt.
- Sardona: Lebte im UNESCO-Weltnaturerbe TektonikArena Sardona und wurde 13-jährig eines natürlichen Todes im Calfeisental gefunden.
In Crans-Montana (Wallis) wird dem Bartgeier mit einem lebensgrossen Bronzefigur und einem Brunnen ein bleibendes Denkmal gesetzt – ein Zeichen der Versöhnung mit einem Vogel, der früher als «Raubtier» gefürchtet wurde.
Wo Bartgeier in der Schweiz beobachten?
Einer der besten Plätze für Beobachtungen und Fotografie ist der Gemmipass oberhalb von Leukerbad (VS). Besonders im Winter (Dezember bis Februar), wenn die Vögel aktiver sind, haben Fotografen gute Chancen. Workshops wie jene von Thomas Heitmar bieten gezielte Möglichkeiten, den Bartgeier in seiner natürlichen Umgebung zu erleben.
Wichtige Bedrohung heute: Die geringe genetische Diversität bleibt ein Problem, weshalb weiterhin regelmässig Jungvögel ausgewildert werden müssen.
Die 3 besten weiterführenden Links
Stiftung Pro Bartgeier – Offizielle Seite
Die zentrale Anlaufstelle mit aktuellen News, Projektinfos und Tracking-Daten.
Ewolina – Engagement der EWO für den Bartgeier
Sehr informative Seite zur Wiederansiedlung in der Zentralschweiz und zum Bartgeier-Weibchen Ewolina.
Auge in Auge mit dem Bartgeier – Fotografie und Hintergründe
Persönlicher und anschaulicher Bericht mit tollen Bildern und Fakten zur Geschichte des Wiederansiedlungsprojekts.
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

