Die Basis-Bolus-Therapie (ICT): Ein Leitfaden für ein flexibles Diabetes-Management

Die Basis-Bolus-Therapie, medizinisch oft als Intensivierte Konventionelle Insulintherapie (ICT) bezeichnet, ist die Goldstandard-Therapie für Menschen mit Typ-1-Diabetes und viele Patienten mit Typ-2-Diabetes. Ziel ist es, die natürliche Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse so exakt wie möglich nachzuahmen.

Funktionsweise der Therapie

Das Prinzip basiert auf der Kombination zweier verschiedener Insulinarten:

  1. Basis-Insulin (Hintergrund): Es deckt den konstanten Insulinbedarf des Körpers außerhalb der Mahlzeiten ab (z. B. während der Nacht oder in Fastenperioden). Hierbei kommen meist langwirksame Analoginsuline zum Einsatz, die einen gleichmäßigen Spiegel über 24 Stunden gewährleisten.
  2. Bolus-Insulin (Mahlzeiten): Dies ist kurzwirksames Insulin, das direkt vor oder zu den Mahlzeiten gespritzt wird, um den durch die Kohlenhydrataufnahme ansteigenden Blutzuckerspiegel abzufangen.

Flexibilität und Anpassung

Im Gegensatz zu älteren, starren Schemata bietet die Basis-Bolus-Therapie ein hohes Mass an Lebensqualität:

  • Mahlzeiten: Die Insulindosis kann an den tatsächlichen Kohlenhydratgehalt der Mahlzeit angepasst werden.
  • Sport und Bewegung: Bei körperlicher Aktivität kann die Basisdosis reduziert oder zusätzliche Kohlenhydrate konsumiert werden.
  • Krankheit/Stress: Der Bedarf kann durch Korrekturbolus-Regelungen individuell angepasst werden.

Integration in die moderne Technik

In der Schweiz setzen viele Patienten für die Durchführung der Basis-Bolus-Therapie auf Insulinpumpen. Diese Geräte verabreichen kontinuierlich eine programmierte Menge Basis-Insulin und ermöglichen per Knopfdruck die Abgabe des Bolus.

  • Spezialbolus: Bei fett- oder proteinreichen Mahlzeiten nutzen Pumpenträger häufig einen „verzögerten Bolus“ oder „Dual-Bolus“, um den Blutzucker über einen längeren Zeitraum stabil zu halten.
  • Unterstützung: Moderne Pumpen verfügen über integrierte Bolus-Rechner, die den Patienten bei der korrekten Dosierung unterstützen.

Wichtige Aspekte für Patienten in der Schweiz

  • Eigenverantwortung: Die Therapie erfordert eine gute Schulung im Bereich der Kohlenhydratzählung und der individuellen Insulinsensitivität.
  • Therapieentscheid: Ob eine klassische Pen-Therapie oder eine Insulinpumpe sinnvoller ist, sollte individuell mit dem Diabetologen besprochen werden, da die Pumpe zwar Komfort bietet, aber eine kontinuierliche Tragedisziplin erfordert.

  1. Die Insulinpumpen-Therapie (d-journal - Zeitschrift von diabetesschweiz) – Detaillierte Fachinformationen zur Anwendung der Pumpentherapie und speziellen Bolus-Funktionen.
  2. Kispi-Wiki: Therapie akuter Schmerzen – Bietet Kontext zur generellen Anwendung von Bolus-Gaben (im klinischen Kontext).
  3. AutoSelector® Einwegpumpe (ERMED AG) – Informationen zur technischen Umsetzung von kontinuierlichen Medikamentenapplikationen mit Bolus-Option.
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