Die Becher-Azurjungfer (Enallagma cyathigerum) – Eine Übersicht
Die Becher-Azurjungfer gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) und ist eine weit verbreitete Libellenart. Sie ist eng mit anderen Azurjungfern verwandt, unterscheidet sich jedoch durch spezifische Merkmale in ihrer Zeichnung und Lebensweise.
Steckbrief und Merkmale
- Wissenschaftlicher Name: Enallagma cyathigerum
- Familie: Schlanklibellen (Coenagrionidae)
- Aussehen: Männchen sind leuchtend blau mit charakteristischen schwarzen Zeichnungen auf dem Hinterleib. Der Name „Becher-Azurjungfer“ leitet sich von dem becher- oder pilzförmigen Fleck auf dem zweiten Hinterleibssegment ab.
- Lebensraum: Die Art ist sehr anpassungsfähig und besiedelt bevorzugt stehende Gewässer, wie Weiher, Seen oder auch langsam fließende Gewässerabschnitte. Sie ist in der Schweiz und weiten Teilen Europas verbreitet.
Einordnung im Kontext der Schweizer Libellenfauna
In der Schweiz existiert eine große Vielfalt an Libellenarten. Während spezialisierte Arten wie die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) aufgrund strenger Habitatansprüche (quellnahe Gräben, kalkhaltige Moore) stark gefährdet sind und durch gezielte Artenförderungsprojekte (etwa im Kanton Luzern oder dem Aargau) geschützt werden müssen, ist die Becher-Azurjungfer deutlich häufiger anzutreffen.
Die Becher-Azurjungfer wird häufig in faunistischen Erhebungen neben anderen bekannten Arten aufgeführt, darunter:
- Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)
- Fledermaus-Azurjungfer (Coenagrion pulchellum)
- Königslibellen (Anax imperator)
Abgrenzung zu gefährdeten Arten
Im Gegensatz zur Becher-Azurjungfer stehen viele ihrer Verwandten aus der Gattung Coenagrion unter besonderem Schutz:
- Helm-Azurjungfer: Besiedelt nur noch ca. 10 isolierte Regionen in der Schweiz.
- Mond-Azurjungfer: Gilt als stark gefährdet und wurde in Deutschland zur „Libelle des Jahres 2024“ gewählt, um auf den massiven Lebensraumverlust hinzuweisen.
- Speer-Azurjungfer: Wurde 2013 zur Libelle des Jahres ernannt, um die Bedrohung der gesamten Ordnung der Odonata (Libellen) zu verdeutlichen.
Die Becher-Azurjungfer ist somit ein Beispiel für eine noch stabile, weit verbreitete Art, während ihre Verwandten oftmals als Indikatoren für den ökologischen Zustand hochsensibler Feuchtgebiete dienen.
Die besten 3 Links zum Thema
- Verbreitungskarten und Artenliste der Libellen (Ökart Schweiz)
- Artenförderung Helm-Azurjungfer (Pro Natura Luzern)
- LibellenWissen.de (Informationen zu gefährdeten Azurjungfern)
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