Vom Beinhaus zum Obelisken: Das Gedenken an die Murtenschlacht

Die Erinnerungskultur zur Murtenschlacht von 1476 in der Schweiz hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich diente ein Beinhaus als Gedenkstätte, bevor dieses durch ein politisch motiviertes Denkmal ersetzt wurde.

Die historische Entwicklung

  • Das ursprüngliche Beinhaus: Nach der Schlacht bei Murten am 22. Juni 1476 wurden die gefallenen Soldaten zunächst bestattet. Später bettete man die Gebeine in ein eigens errichtetes Beinhaus bei Meyriez (Merlach) um, wo sie teilweise bis unter die Decke gestapelt wurden. Solche Beinhäuser waren im Spätmittelalter in der Schweiz weit verbreitet, um Platz auf Friedhöfen zu schaffen und die Gebeine respektvoll aufzubewahren.
  • Vom Beinhaus zum Obelisken: Das Beinhaus bei Merlach wurde im 19. Jahrhundert abgelöst. Der Kanton Freiburg errichtete stattdessen ein neues Denkmal: einen 18 Meter hohen Obelisken aus Steinblöcken.
  • Politische Hintergründe: Die Ersetzung des Beinhauses durch den Obelisken (1822) war auch politisch motiviert. Die Region Murten war lange Zeit eine Gemeine Herrschaft zwischen Bern und Freiburg. Mit dem neuen Denkmal setzte die Republik Freiburg ein zeithistorisches Zeichen, das den Sieg über Karl den Kühnen und den Untergang seines Reiches symbolisch untermauerte.

Bedeutung von Beinhäusern in der Schweiz

Beinhäuser (auch Ossarien genannt) hatten im Mittelalter eine zentrale Funktion. Während sie bis ca. 1300 meist auf der dunklen Nordseite von Kirchen standen, wurden sie später aus symbolischen Gründen (Licht, Auferstehung) auf die Südseite verlegt. Sie dienten als Sammelstellen für Gebeine, die bei der Neubelegung von Gräbern zum Vorschein kamen. Viele dieser historischen Stätten, wie etwa in Zweisimmen oder Steinen, sind heute als kulturelle Zeugnisse von hohem Wert erhalten.

  1. L`obélisque de la bataille légendaire de Morat (Murten)
  2. 650 Jahre nach der Murtenschlacht - SeniorBern
  3. Beinhaus - steinen-damals-heute.ch

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Denkmäler Schweiz
Beinhaus zu Murten
Das Beinhaus zu Murten war ein 1485 in Merlach westlich von Murten errichtetes Osssuarium für die Gebeine der am 22. Juni 1476 in der Schlacht bei Murten gefallenen Soldaten und Verbündeten Herzog Karls des Kühnen. Es wurde 1798 abgerisssen.
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Quelle: Wikipedia