Die Bergföhre (Pinus mugo): Ein Überlebenskünstler der Alpen

Die Bergföhre, botanisch Pinus mugo genannt, ist eine äusserst genügsame und anpassungsfähige Nadelbaumart, die in der Schweiz insbesondere in den Alpen eine zentrale Rolle einnimmt. Sie ist bekannt für ihre Widerstandsfähigkeit unter extremen klimatischen Bedingungen.

Steckbrief und Biologie

  • Wissenschaftlicher Name: Pinus mugo
  • Wuchsformen: Die Art zeigt eine grosse Variabilität: vom aufrechten, bis zu 20 Meter hohen Baum bis hin zum niederliegenden, vielästigen Strauch (oft als Krummholz-Kiefer bezeichnet).
  • Wurzelsystem: Die Bergföhre besitzt ein sehr weit verzweigtes, horizontales Wurzelsystem, das zur Stabilität auf kargen Böden beiträgt. Es wurden Wurzellängen von bis zu 9 Metern gemessen.
  • Fortpflanzung: Sie ist einhäusig, zeigt jedoch häufig eine Tendenz zur Zweihäusigkeit, bei der einzelne Bäume überwiegend männliche oder weibliche Blütenstände tragen.
  • Wachstum: An extremen Standorten wächst sie äusserst langsam; die Jahrringe können dort eine Dicke von weniger als 0,25 mm aufweisen.

Standort und Anpassungsfähigkeit

Die Bergföhre ist ein Spezialist für karge und nährstoffarme Gebiete. Sie gedeiht auf:

  • Untergrund: Granit, Gneis, Glimmer- und Tonschiefer, Serpentin, Porphyr, Kalk, Dolomit, Mergel und Sandstein.
  • Extremstandorte: Sie besiedelt kahle Felsen, Schutthalden sowie trockene oder sehr nasse Böden, wie sie beispielsweise in Hochmooren (z. B. im Entlebuch) vorkommen.
  • Klimatische Härte: Sie gilt als sehr robust gegenüber Trockenheit und Kälte.

Bedeutung in der Schweiz

In der Schweiz ist die Bergföhre ein charakteristisches Element der alpinen Flora. Während im Mittelland die Waldföhre (Pinus sylvestris) dominiert, ist die Bergföhre im Alpenraum die prägende Kiefernart. Sie wird heute auch gerne als Zierpflanze in Gärten verwendet, wobei Zuchtformen wie Pinus mugo 'Gnom' aufgrund ihres kompakten Wuchses sehr beliebt sind. Aufgrund ihres malerischen Wuchses und der hohen Qualität ihres Holzes wird sie zudem in der Kunsthandwerk-Gestaltung (z. B. als Sockelmaterial) geschätzt.

Unterscheidungsmerkmale

Botanisch lässt sich die Bergföhre gut bestimmen:

  • Nadeln: Sie wachsen in Büscheln zu zweit an den Zweigen.
  • Zapfen: Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist der Stiel der Zapfen, der bei der Bergföhre typischerweise zurückgebogen ist.

  1. Die Bergföhre – Biologie und Standort (meinstein.ch)
  2. Bestimmungshilfe für Nadelbäume in der Schweiz (botanikexkursionen.ch)
  3. Pinus mugo / Bergföhre – Pflanzeninformationen (green4living.ch)

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Die Verbreitungsgebiete der Legföhre und der aufrechten Bergföhre überlagern sich in der Schweiz. Gebüschwälder und damit auch Legföhrenbestände wurden im LFI nicht im Feld untersucht. Die LFI-Daten dokumentieren daher hauptsächlich das Vorkommen der aufrechten Bergföhre, mit ihren grössten Vorkommen im östlichen Bündnerland. Die natürliche Bastardierung zwischen Berg- und Waldföhre erklärt teils widersprüchliche Literaturangaben zur Verbreitung.
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