Bernardo Bertolucci Person

Bernardo Bertolucci – Der poetische Visionär des italienischen Kinos

Leben und Werk

Bernardo Bertolucci (1941–2018) zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Regisseuren des europäischen Autorenkinos im 20. Jahrhundert. Geboren am 16. März 1941 in Parma, Italien, begann er seine Karriere als Dichter und wurde später Schüler von Pier Paolo Pasolini. Bereits mit 21 Jahren drehte er seinen ersten Spielfilm La commare secca (1962).

Bertolucci verband politisches Engagement, psychoanalytische Tiefe und eine einzigartige visuelle Ästhetik. Seine Filme thematisieren häufig den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft, Sexualität, Macht und Ideologie. Weltberühmt wurde er durch Werke wie Der große Irrtum (1970), 1900 (1976), Der letzte Kaiser (1987) – für den er neun Oscars gewann – sowie den umstrittenen und lange zensierten Der letzte Tango in Paris (1972).

Verbindung zur Schweiz

Bertolucci war in der Schweiz mehrfach präsent. Die Cinémathèque Suisse widmete ihm unmittelbar nach seinem Tod am 26. November 2018 ein bewegendes Requiem pour Bernardo Bertolucci. In der Deutschschweiz wurde sein Schaffen regelmässig in Filmpodcasts und Programmkinos gewürdigt. So widmete der SRF-Filmpodcast «Kino im Kopf» (Senn Hören) im November 2018 eine ganze Folge dem Abschied von Bertolucci. Auch das Kino Cameo und cinemany.ch in der Schweiz setzten sich intensiv mit seinem Werk und seiner Zusammenarbeit mit Komponist Ennio Morricone auseinander.

Wichtige Filme (Auswahl)

  • La commare secca (1962) – Debütfilm
  • Prima della rivoluzione (1964)
  • Der große Irrtum (Il conformista, 1970)
  • Der letzte Tango in Paris (1972)
  • 1900 (Novecento, 1976) – das monumentale Epos über den Aufstieg und Fall des Faschismus in Italien (in der Schweiz als Special Edition auf DVD/Blu-ray erhältlich)
  • Der letzte Kaiser (The Last Emperor, 1987)
  • Himmel über der Wüste (The Sheltering Sky, 1990) – nach dem Roman von Paul Bowles, gedreht u. a. in der Sahara

Stil und Vermächtnis

Bertolucci galt als Meister der opulenten Bildkomposition und der emotionalen Intensität. Seine Filme sind geprägt von langen, fliessenden Kamerabewegungen, einer starken Farbdramaturgie und der engen Zusammenarbeit mit grossen Komponisten wie Ennio Morricone und Gato Barbieri. Bis heute beeinflusst er Regisseure weltweit durch seine mutige Verbindung von persönlicher, politischer und sinnlicher Erzählung.


Die drei besten Links zu Bernardo Bertolucci:

  1. Requiem pour Bernardo Bertolucci – Offizieller Nachruf der Cinémathèque Suisse
  2. Filmpodcast Nr. 584: Abschied von Bernardo Bertolucci – SRF-Filmpodcast mit ausführlicher Würdigung (inkl. MP3)
  3. Bernardo, Bernardo, Bernardo – cinemany.ch – Persönliche und literarische Hommage aus der Schweiz

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Personen
Bernardo Bertolucci
Bernardo Bertolucci war einer der berühmtesten italienischen Filmregisseure, der mit "Der grosse Irrtum" (1970) und dem umstrittenen Film "Der letzte Tango in Paris" (1972) bekannt wurde, den Italien-Epos "1900" (1976) drehte und für sein monumentales Filmwerk "Der letzte Kaiser" (1987) u. a. neun Oscars erhielt. Er wurde am 16. März 1941 in Parma in Italien geboren und verstarb mit 77 Jahren am 26. November 2018 in Rom. Dieses Jahr wäre er 78 Jahre alt geworden.
Bernardo Bertolucci
Quelle: geboren.am