Der Bittersüsse Nachtschatten (Solanum dulcamara): Ein Porträt zwischen Heilkraft und Gift

Der Bittersüsse Nachtschatten (Solanum dulcamara) ist ein faszinierender Halbstrauch, der in der Schweiz und weiten Teilen Europas an feuchten Standorten wie Ufern, Auenwäldern und Waldschlägen heimisch ist. Während er in der Volksmedizin und Homöopathie geschätzt wird, ist er aufgrund seiner Inhaltsstoffe als Giftpflanze einzustufen.

Botanische Merkmale

  • Wuchsform: Ausdauernder, oft kletternder Halbstrauch mit leicht verholzenden Stängeln.
  • Wuchshöhe: Ca. 30 bis 250 cm.
  • Blütezeit: Juni bis September.
  • Standort: Bevorzugt sonnige bis halbschattige, feuchte Böden.

Verwendung und Heilkunde

Trotz seiner Giftigkeit findet die Pflanze in spezifischen Bereichen Anwendung:

  • Homöopathie: Unter dem Namen Dulcamara wird der Wirkstoff in der Schweiz (z. B. durch Hersteller wie Similasan) bei Erkältungen, Blasenentzündungen sowie Entzündungen der Augen, Nase und Ohren eingesetzt.
  • Pflanzenheilkunde: Die getrockneten Stängel zweijähriger Pflanzen enthalten Steroidalkaloidglykoside und Steroidsaponine, die entzündungshemmende und juckreizmildernde Eigenschaften besitzen können.
  • Blütenessenzen: Es existieren Forschungen zur Verwendung als Blütenessenz für energetische Impulse.

Sicherheitshinweise und Toxizität

Der Name „Bittersüss“ ist irreführend und darf nicht zum Verzehr verleiten.

  • Giftigkeit: Die Pflanze ist in allen Teilen giftig. Insbesondere die Beeren bergen ein erhebliches Vergiftungsrisiko, besonders für Kinder.
  • Vorsicht: Eine Anwendung zu medizinischen Zwecken sollte niemals eigenmächtig, sondern nur unter fachkundiger Anleitung erfolgen. Von der Einnahme als Tee oder in roher Form ist aufgrund der Vergiftungsgefahr dringend abzuraten.

Regionale Bedeutung (Schweiz)

In der Schweiz ist der Bittersüsse Nachtschatten weit verbreitet. Er ist bekannt unter zahlreichen Volksnamen wie „Pissranken“, „Stinkteufel“ oder „Natternholz“. Viele Schweizer Kräuterfachleute und Homöopathen greifen auf die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe zurück, weisen jedoch stets auf die nötige Vorsicht im Umgang mit der Pflanze hin.


Empfohlene weiterführende Informationen

  1. Bittersüsser Nachtschatten (Solanum dulcamara) – Wirkung auf AWL.ch
  2. Solanum dulcamara in der Homöopathie (Similasan.swiss)
  3. Bittersüsser Nachtschatten auf Alpenflora.ch

Vielleicht auch interessant


Acker-Hornkraut

Berg-Wundklee

Christrose

Drüsiges Springkraut

Dunkle Akelei

Dunkle Königskerze

Echtes Salomonssiegel

Gelber Fingerhut

Gewöhnliches Weisses Veilchen

Grosse Soldanelle

Grosse Sterndolde

Hain-Gilbweiderich

Huflattich

Kleine Wiesenraute

Kletten-Distel

Mont Cenis-Glockenblume

Moos-Nabelmiere

Saubohne

Schwefel-Anemone

Wald-Weidenröschen

Weidenblättriges Rindsauge

Weisse Lichtnelke

Winterling

Zwerg-Baldrian

Zwerg-Wacholder
War das hilfreich?
Blumen
Bittersüsser Nachtschatten
Gattung
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Blütezeit
Juni bis August
Vorkommen
kollineKolline Stufe (Hügelstufe: bis ca. 900m)
bis
subalpineSubalpine Stufe (Gebirgsstufe: ab 1500 bis ca. 2200m)
Stufe
Bittersüsser Nachtschatten
KImehr über Bittersüsser Nachtschatten