Bittersüsser Nachtschatten Giftpflanze

Bittersüßer Nachtschatten – Eine giftige Kletterpflanze der Schweiz

Beschreibung und Vorkommen

Der Bittersüße Nachtschatten (Solanum dulcamara), auch bekannt als Bittersüss, Wolfsbeere, Alpranke oder Hirschkraut, ist eine ausdauernde, kletternde Giftpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Er erreicht Wuchshöhen von 30 bis 250 cm und besitzt leicht verholzende Stängel. Die violetten Blüten mit auffälligen gelben Staubblättern erscheinen von Juni bis September. Im Herbst bilden sich leuchtend rote Beeren, die stark giftig sind – besonders die unreifen grünen Früchte.

In der Schweiz ist die Pflanze weit verbreitet. Sie wächst bevorzugt an Ufern, in Auenwäldern, feuchten Waldschlägen, Gärten und Ruderalstellen. Sie bevorzugt feuchten, nährstoffreichen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. Der Bittersüße Nachtschatten ist ein naher Verwandter von Tomate, Kartoffel und Aubergine und zählt zu den sogenannten Crop Wild Relatives (CWR), also wilden Verwandten unserer Kulturpflanzen.

Giftigkeit

Der Bittersüße Nachtschatten enthält Steroid-Glycoalkaloide (u. a. Solanin, Solasonin und Dulcamarin). Besonders gefährlich sind die unreifen grünen Beeren. Bereits etwa 30 grüne Beeren können bei Kindern tödlich wirken. Die reifen roten Beeren sind ebenfalls giftig, jedoch etwas weniger stark. Symptome einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel und in schweren Fällen Kreislaufkollaps.

Wichtig: Die Pflanze gilt als stark giftig und sollte keinesfalls in der Selbstmedikation oder als Heilpflanze verwendet werden.

Verwendung in der Homöopathie

Trotz seiner Giftigkeit wird Solanum dulcamara (Dulcamara) in der Homöopathie in stark verdünnter Form eingesetzt. In der Schweiz wird Dulcamara vor allem bei folgenden Beschwerden verwendet:

  • Erkältungen und grippalen Infekten
  • Entzündungen der Schleimhäute (Augen, Nase, Ohren, Magen-Darm)
  • Blasenentzündungen
  • Hauterkrankungen wie chronisches Ekzem oder Warzen

Verwechslungsgefahr

Der Bittersüße Nachtschatten wird gelegentlich mit dem Schwarzen Nachtschatten (Solanum nigrum) verwechselt. Während der Schwarze Nachtschatten ein einjähriges, nicht winterhartes Beikraut ist, ist Solanum dulcamara ausdauernd und kletternd. Beide Arten sind giftig und enthalten ähnliche Alkaloide.


  1. Bittersüsser Nachtschatten in der Homöopathie – Similasan Schweiz (sehr gute Übersicht zur homöopathischen Anwendung)
  2. Solanum dulcamara – Flora di Berna – Detaillierte Beschreibung mit Fokus auf Vorkommen in der Region Bern
  3. Pflanze des Monats: Bittersüsser Nachtschatten – Botanischer Garten Universität Bern (sehr schöne Darstellung mit botanischem Hintergrund)

Fazit: Der Bittersüße Nachtschatten ist eine faszinierende, aber hochgiftige Wildpflanze der Schweizer Flora. Trotz homöopathischer Verwendung sollte man den direkten Kontakt mit der Pflanze, besonders mit den Beeren, unbedingt vermeiden.

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Giftpflanzen
Bittersüsser Nachtschatten
Einstufunggering giftig - giftig
Giftige Teilealle Pflanzenteile, vor allem unreife Früchte
WirkstoffeSolasodin, Soladulcidin, Tomatidenol (Alkaloide)
FolgenErbrechen, Durchfall, Lähmung bis hin zur Atemlähmung
Bittersüsser Nachtschatten
KImehr über Bittersüsser Nachtschatten
Quelle: Wikipedia