Die Quecke: Zwischen Heilpflanze, Gartenplage und botanischer Vielfalt
Die Bezeichnung „Blaugrüne Quecke“ wird in der Botanik und im Sprachgebrauch oft uneinheitlich verwendet. Sie kann sich sowohl auf die allgemein bekannte Gemeine Quecke (Elymus repens) beziehen, die oft bläulich-grün schimmert, als auch auf die spezifische Art Elymus hispidus (Mittlere Quecke). In der Schweiz ist die Quecke ein präsentes Thema – sei es als hartnäckiges „Unkraut“ im Garten, als traditionelle Heilpflanze oder als Teil der extensiven Flora.
Botanische Einordnung und Merkmale
Quecken gehören zur Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie zeichnen sich durch ihre ausgeprägten Rhizome (Wurzelstöcke) aus, die eine schnelle und hartnäckige Ausbreitung ermöglichen.
- Gemeine Quecke (Elymus repens): Ein sehr verbreitetes, ausdauerndes Gras, das weltweit vorkommt. Es ist bekannt für seine extreme Widerstandsfähigkeit.
- Mittlere Quecke (Elymus hispidus): Diese Art wird oft explizit als „Blaugrüne Quecke“ bezeichnet. Sie zeichnet sich durch eine graublaue Farbe und steife Blätter aus.
Die Quecke in der Schweiz: Rolle und Wahrnehmung
- Im Gartenbau: In der Schweiz wird die Quecke aufgrund ihrer starken Rhizombildung meist als Problemunkraut eingestuft. Sie gilt als schwer zu bekämpfendes Gewächs, das in Beeten und sogar in Dachbegrünungen regelmäßig entfernt werden muss, um Drainageschichten und andere Pflanzen nicht zu gefährden.
- Traditionelle Medizin: Die Rhizome der Gemeinen Quecke (Agropyri repentis rhizoma) haben eine lange Tradition als Heilmittel. Bereits in der Antike (z. B. bei Dioskurides) wurde sie bei Blasenleiden und zur Wundheilung eingesetzt. Auch heute ist sie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel anerkannt.
- Ökologische Vielfalt: Die Quecke ist ein natürlicher Bestandteil vieler Schweizer Wiesen. In der Fachliteratur (z. B. bei eAGFF) wird sie als ein Gräser-Typ aufgeführt, der zum Futterbau und zur allgemeinen Flora gehört.
Abgrenzung: „Blaugrün“ in der Schweizer Stadtplanung
Es ist wichtig zu beachten, dass der Begriff „Blaugrüne Infrastruktur“ in der Schweiz aktuell vor allem in der Stadtplanung (Ecological Engineering) verwendet wird. Dabei geht es nicht um die Pflanze selbst, sondern um ein Konzept zur Wasserrückhaltung und Begrünung (Regengärten, Retentionsflächen), um Starkregenereignisse in Städten besser zu bewältigen.
Beste Links zum Thema
- Quecke (Agropyron repens) - Wirkung & Heilkraft (AWL.ch)
- Blaugrüne Quecke - Elymus hispidus (Pflanzen-lernen.ch)
- Einleitung & Übersicht der Wiesenpflanzen/Gräser (eAGFF.ch)
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