Boggsen: Ein filmischer Blick auf den Illettrismus in der Schweiz

Der Dokumentarfilm „Boggsen“ ist ein bedeutendes Schweizer Filmprojekt, das sich intensiv mit dem gesellschaftlich oft tabuisierten Thema Illettrismus (funktionaler Analphabetismus) auseinandersetzt.

Hintergrund und Entstehung

Der Film wurde auf Initiative von Bruno Remund, dem ehemaligen Präsidenten des Vereins Lesen und Schreiben Bern, ins Leben gerufen. Für die filmische Umsetzung konnte der Schweizer Regisseur Jürg Neuenschwander gewonnen werden. Das Werk hat es sich zum Ziel gesetzt, das „Schweigen aufzubrechen“ und den betroffenen Menschen eine Stimme zu geben sowie Hoffnung aufzuzeigen.

Kernbotschaft und Wirkung

  • Thematik: Der Film beleuchtet das Leben von Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben, und zeigt die Herausforderungen im Alltag sowie die Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung auf.
  • Gesellschaftliche Relevanz: Durch die öffentliche Thematisierung hilft der Film dabei, Vorurteile abzubauen und Betroffene dazu zu ermutigen, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
  • Einbindung: Das Projekt wird häufig als Lehrmaterial oder als Anregung in pädagogischen Kontexten zitiert, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Grundkompetenzen in der Schweiz zu schärfen.

Produktion und Musik

  • Regie: Jürg Neuenschwander
  • Musik: Die Filmmusik wurde von dem Schweizer Musiker Peter von Siebenthal komponiert, der für seine vielfältige Arbeit in der Schweizer Filmlandschaft bekannt ist.
  • Produktionskontext: Der Film wird oft in Zusammenhang mit Beratungsstellen wie „Einfach besser – Lesen Schreiben Rechnen“ genannt, die schweizweit Kurse für Erwachsene anbieten, um ihre Grundkompetenzen zu stärken.

  1. Offizielle Film-Webseite: Boggsen – Die Hauptquelle für Informationen, Filmplakate und Hintergründe zum Projekt.
  2. Einfach besser – Lesen Schreiben Rechnen – Informationen zu Unterstützungsangeboten und Kursen für Betroffene in der Schweiz.
  3. Swiss Film Music: Peter von Siebenthal – Einblicke in die musikalische Gestaltung und Produktion des Films im Archiv der Schweizer Filmmusik.

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Schweizer Filme
Boggsen
Boggsen
Switzerland, January 2011
Rund 800'000 Schweizerinnen und Schweizer können nach der Schule nicht fehlerfrei lesen und schreiben. Sie leiden unter ihrer Lese- und Schreibschwäche und haben gelernt, sie im Alltag zu verbergen. Denn sie haben früh erfahren, dass sie gedankenlos als dumm und faul abgestempelt werden. Im Film wagen erstmals zehn Menschen den Schritt in die Öffentlichkeit. Wir erfahren von Demütigungen und Ausweichstrategien, von Tabus und Leidensdruck. Und sie erzählen uns, warum es sich trotz allem gelohnt hat, sich aus ihrem unsichtbaren Käfig zu befreien. Der Film verhilft zu Worten, wo es vorher nur den Rotstift gab.
von Jürg Neuenschwander
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Quelle: swissfilms.ch