Der Brachsmen: Wissenswertes über den unterschätzten Weissfisch

Der Brachsmen (Abramis brama), auch bekannt als Brassen oder Blei, ist ein weit verbreiteter Süsswasserfisch. Obwohl er in der Schweizer Kulinarik und Fischerei oft im Schatten von Edelfischen wie Zander, Egli oder Hecht steht, gewinnt er als lokal nachhaltige Speisequelle zunehmend an Bedeutung.

Biologische Merkmale und Lebensweise

  • Erscheinungsbild: Der Brachsmen zeichnet sich durch einen hochrückigen, seitlich stark abgeplatteten Körperbau aus.
  • Lebensraum: Er bevorzugt grössere Seen und langsam fliessende Gewässer. Die Fische leben gesellig in Schwärmen.
  • Laichzeit: Die Fortpflanzungsphase findet im April statt.
  • Ernährung: Er ist ein omnivorer (allesfressender) Weissfisch, was ihn aus Sicht der nachhaltigen Fischzucht attraktiv macht, da sein Futter effizient produziert werden kann.

Bedeutung in der Schweiz

In Schweizer Gewässern wie dem Bielersee oder dem Zürichsee werden Brachsmen regelmässig von Berufsfischern gefangen. Während er früher oft als „Beifang“ galt oder aufgrund seiner vielen Gräten wenig geschätzt wurde, hat sich die Wahrnehmung gewandelt:

  • Nachhaltigkeit: Als lokaler Speisefisch unterstützt der Kauf von Brachsmen die heimische Fischerei und weist eine hervorragende CO2-Bilanz durch kurze Transportwege auf.
  • Kulinarik: Erfahrene Fischer und Gastronomen schätzen den Brachsmen heute für kreative Gerichte. Er wird unter anderem als Filet (oft entgrätet), Carpaccio, in einer Fischlasagne oder geräuchert angeboten.
  • Angelfischerei: Bei Sportfischern ist der Brachsmen ein beliebter Zielfisch, der häufig mit Ködern wie Mais oder Kunstmaden gefangen wird. Trotz seiner oft unterschätzten Beliebtheit erfordert der Fang eines grossen Exemplars Geschick und Respekt vor dem Tier.

Weiterführende Informationen

  1. Vom Beifang zur Beute – Einblicke in die kulinarische Aufwertung des Brachsmens
  2. Petri-Heil: Kapitale Fänge und der Respekt vor der Fischart
  3. Fischerei Braschler: Regionale Spezialitäten vom Zürichsee

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Brachsmen
Hochrückiger, seitlich stark abgeflachter Körper mit kurzer Rücken- und doppelt so langer Afterflosse (Brachsme: 21-26 Strahlen, Blicke: 22-26 Strahlen). Bei der Brachsme Augendurchmesser geringer, bei der Blicke grösser oder gleich gross wie Schnauzenlänge. Grosse Schuppen, Brachsme 50 - 57, Blicke 40 - 50 längs der Seitenlinie, Schlundzähne Brachsme einreihig, Blicke zweireihig. Die zurückgelegten Brustflossen reichen bei der Brachsme, im Unterschied zur Blicke, bis zum Ansatz der Bauchflossen. Rücken der Brachsme bleifarben, bei älteren Exemplaren z.T. mit Gold- bzw. Kupferglanz; Flanken heller; Bauch weisslich. Blicke Rücken grau- bis schwarzgrün, Flanken heller mit Silberglanz. Bei der Blicke haben die dunkelgrauen Flossen zum Teil einen rötlichem Ansatz. Mittellänge Brachsme 30 - 55 cm, maximal bis 80 cm lang; Blicke 20 - 30 cm, maximal 35 cm lang.
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Quelle: vol.be.ch