Schnittstellen zwischen Neurowissenschaft und Musik: Brain Concert Projekte in der Schweiz

Die Verbindung zwischen neuronalen Prozessen, menschlichem Bewusstsein und musikalischer Darbietung ist ein faszinierendes Forschungs- und Kunstfeld. In der Schweiz und im internationalen Kontext gibt es verschiedene Ansätze, die den Begriff „Brain Concert“ auf unterschiedliche Weise interpretieren – sei es als Dokumentarfilm, als performative Klangkunst oder als wissenschaftliche Untersuchung.

Schwerpunkte der „Brain Concert“ Thematik

  • Filmische Auseinandersetzung: Der Film Brain Concert untersucht die Verbindung zwischen Musik und Gehirn. Er geht der Frage nach, wie physikalische Schwingungen in unserem Gehirn zu subjektiven Gefühlen, Emotionen und einem Bewusstsein für die eigene Existenz führen. Der Film thematisiert dabei den „neuronalen Dschungel“ und das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlicher Analyse und dem Wunsch, das Geheimnis der Seele zu bewahren.
  • Performative Kunst & Interozeption: Schweizer Künstlerinnen wie Julie Semoroz setzen sich in Projekten wie NOISE BRAIN VISCERAL COUPLING intensiv mit der Verbindung von Technik und Körper auseinander. Durch die Kopplung von Perkussion, Elektronik, Lichtsensoren und Bewegung werden neuronale Prozesse und interne Rhythmen in einen Konzertrahmen eingebettet, der soziale und menschliche Synchronisation hinterfragt.
  • Neurowissenschaftliche Vermittlung: Im akademischen Kontext wird die Analogie des „Concert State“ genutzt, um einen Zustand geistiger Klarheit und körperlicher Entspannung zu beschreiben. Gleichzeitig gibt es Projekte wie „Noten und Neuronen“, die Konzerthallen als Orte der Wissenschaft nutzen, um aktuelle Forschungsergebnisse über die Wirkung von Musik auf das Gehirn und die kognitive Gesundheit einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
  • Musikalische Referenzen: Der Begriff „Brain“ findet sich zudem in der Popkultur und Musikszene wieder, etwa im Titel Insane in the Brain (Cypress Hill) oder in Bandnamen wie Change My Brain with Cakes. Diese sind jedoch meist metaphorisch oder als künstlerisches Statement zu verstehen und nicht primär als neurowissenschaftliche Auseinandersetzung.

Zusammenfassung der Ansätze

Die „Brain Concert“-Initiativen in der Schweiz zeichnen sich durch eine interdisziplinäre Arbeitsweise aus. Sie verbinden künstlerische Intuition mit der harten Wissenschaft der Neurobiologie. Während der Film Brain Concert philosophische Fragen stellt, überführen Live-Performances wie die von Julie Semoroz diese Fragen in eine physische, audiovisuelle Erfahrung, die den Körper als zentrales Instrument begreift.

Die besten Ressourcen zum Thema

  1. Look Now! Filmverleih - Brain Concert – Details zum gleichnamigen Film über Musik und neuronale Wahrnehmung.
  2. Julie Semoroz - NOISE BRAIN VISCERAL COUPLING – Informationen zu performativen Werken, die neuronale Rhythmen in Kunst übersetzen.
  3. Noten und Neuronen (TNI) – Einblicke in die Verbindung von bildgebender Forschung und dem Konzerterlebnis.

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Brain Concert
Brain Concert
Switzerland, October 1998
Für die Wissenschaft ist die Erforschung des menschlichen Bewusstseins eines der komplexesten Probleme überhaupt. Um eine der «letzten Fragen» zu beantworten, also das Geheimnis des Selbst, der «Seele», zu knacken, dringen die Forscher immer tiefer in den neuronalen Dschungel des Gehirns ein. Der Film will Einblick geben in die Welt der Bewusstseinsforschung, indem er zur Ausgangsfrage eine uns bekannte Empfindung nimmt: Was in uns ist dafür zuständig, dass wir Musik erleben? Was ist der Grund, dass uns akustische Wellen in bestimmte emotionale Zustände versetzen können?
von Bruno Moll
KImehr über Brain Concert
Quelle: swissfilms.ch