Steckbrief: Das chemische Element Cäsium (Cs)

Cäsium ist ein chemisches Element mit dem Symbol Cs und der Ordnungszahl 55. Es gehört zur Gruppe der Alkalimetalle und ist für seine hohe Reaktivität bekannt. In der modernen Wissenschaft und Umweltforschung spielt Cäsium, insbesondere seine radioaktiven Isotope, eine bedeutende Rolle.

Physikalische und chemische Eigenschaften

  • Ordnungszahl: 55
  • Gruppenzugehörigkeit: Alkalimetalle
  • Charakteristik: Es handelt sich um ein weiches, silbrig-goldenes Metall, das bereits bei geringen Temperaturen schmilzt.
  • Verwendung: Neben Anwendungen in der Forschung (z. B. Bestimmung der Gravitationskonstante durch Wellenmuster in Cäsium-Atomen) ist das Element als Spaltprodukt in der Kerntechnik bekannt.

Cäsium und die Radioaktivität

Ein Großteil der öffentlichen Wahrnehmung von Cäsium ist mit radioaktiven Isotopen wie Cäsium-137 und Cäsium-134 verknüpft. Diese entstehen häufig als Nebenprodukte der Kernspaltung (z. B. beim Zerfall von Uran in Kernkraftwerken) oder werden bei nuklearen Unfällen freigesetzt.

Bezug zur Schweiz

Auch in der Schweiz ist Cäsium Gegenstand wissenschaftlicher und regulatorischer Aufmerksamkeit:

  • Monitoring im Bielersee: Ein bekannter Fall betraf den Fund von radioaktivem Cäsium im Sediment des Bielersees. Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) untersuchte hierbei die Ablagerungen, wobei Experten Entwarnung gaben, dass keine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestehe.
  • Regulatorische Unklarheiten: Im Jahr 2000 sorgten erhöhte Messwerte in der Schweiz für Diskussionen, da selbst die Atom-Behörden (ENSI) die genaue Herkunft der zeitweise erhöhten Cäsium-Werte nicht abschließend klären konnten.
  • Kerntechnik: Im Betrieb von Schweizer Kernkraftwerken, wie dem Kernkraftwerk Gösgen, wird der Umgang mit Spaltprodukten wie Cäsium streng überwacht, da diese als Indikatoren für den radioaktiven Zerfall von Uran anfallen.

Globale Bedeutung

Internationale Ereignisse wie die Katastrophe von Fukushima haben die weltweite Verbreitung von Cäsium-137 verdeutlicht. Die radioaktiven Isotope konnten über weite Strecken durch die Atmosphäre transportiert werden und sind sogar in weit entfernten Regionen (wie Okinawa oder im Pazifischen Ozean) nachweisbar, was die Persistenz dieser Stoffe in der Umwelt unterstreicht.


  1. SonntagsZeitung: Zufallsfund: Radioaktives Cäsium am Grund des Bielersees
  2. Radioaktives Cäsium ist schon im halben Pazifik verteilt (Portal für Organische Chemie)
  3. Radioaktivität: Grundlagen und Gefahren von Cäsium-Isotopen (meinstein.ch)
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Chem. Elemente
Cäsium (Cs / 55)
Molmasse 132.91 g mol-1
Elektronegativität / Pauling 0.8
Dichte bei 20° 1.9 g cm-3
Schmelzpunkt 28.4 °C
Siedepunkt 679 °C
Atomradius (Van der Waals) 0.267 nm
Ionenradius 0.167 nm
Isotope 1 nat. 30 künstliche
Standardpotential k.A.
Der Mensch nimmt Cäsium durch die Nahrung, dass Trinkwasser und die Atmung auf. In der Luft sind die Konzentrationen im Allgemeinen sehr gering. In Oberflächenwasser und in manchen Nahrungsmitteln ist man jedoch auf höhere Konzentrationen gestossen. Die Menge an Cäsium in der Nahrung und im Trinkwasser hängt von den Cäsiumemissionen aus Kernkraftwerken ab, die hauptsächlich auf Unfälle zurückzuführen sind. Zum Glück sind seit der Katastrophe in Tschernobyl 1986 keine derartigen Vorfälle passiert.
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