Cahier Africain – Ein Dokumentarfilm über Trauma, Gerechtigkeit und Hoffnung

Der Dokumentarfilm „Cahier Africain“ (2016) der Schweizer Regisseurin Heidi Specogna ist eine eindringliche Langzeitbeobachtung aus der Zentralafrikanischen Republik. Der Film wurde als Koproduktion zwischen Deutschland und der Schweiz realisiert und international mehrfach ausgezeichnet.

Kerninhalt und Hintergrund

Der Titel des Films bezieht sich auf ein gewöhnliches Schulheft, in dem über 300 Frauen und Mädchen ihre traumatischen Erlebnisse – insbesondere Vergewaltigungen durch kongolesische Söldner während der Konflikte 2002 – schriftlich festgehalten haben. Dieses Heft dient den Betroffenen als Beweismittel im Kampf um Gerechtigkeit und juristische Aufarbeitung.

Die Regisseurin Heidi Specogna begleitet die Protagonistinnen, darunter die junge Muslimin Amzine und ihre Tochter Fane, über mehrere Jahre hinweg (ab 2008). Der Film dokumentiert nicht nur das erlittene Leid, sondern auch den schwierigen Prozess der Frauen, nach der Gewalt wieder im Leben Fuß zu fassen.

Bedeutung in der Schweiz

Der Film hat einen starken Bezug zur Schweiz, nicht zuletzt durch die Biografie der Regisseurin Heidi Specogna und die Schweizer Produktionsbeteiligung (u.a. PS Film, Zürich).

  • Auszeichnungen: „Cahier Africain“ wurde beim Schweizer Filmpreis 2017 zweifach ausgezeichnet, unter anderem in den Kategorien „Bester Dokumentarfilm“ und „Bestes Montage“ (Kaya Inan).
  • Vertrieb: In der Schweiz startete der Film im Februar 2017 im Verleih durch „Filmbringer Distribution“.
  • Rezeption: Der Film wurde an bedeutenden Schweizer Festivals, wie der Semaine de la Critique beim Locarno Filmfestival (Uraufführung 2016), präsentiert und an verschiedenen kulturellen Institutionen (z. B. Coalmine) diskutiert.

Produktionsdaten

  • Regie & Buch: Heidi Specogna
  • Kamera: Johann Feindt
  • Schnitt: Kaya Inan
  • Produktion: PS Film (Schweiz), Filmpunkt (Deutschland) in Koproduktion mit ZDF/3sat
  • Genre: Dokumentarfilm
  • Länge: ca. 118 Minuten

  1. Cahier Africain - PS Film – Offizielle Produktionsseite mit detaillierter Filmografie.
  2. Cahier Africain - Grimme-Preis – Hintergrundinformationen und Würdigung durch das Grimme-Institut.
  3. Cahier Africain bei Passion Cinéma – Informationen zur filmischen Einordnung und Auszeichnung beim Schweizer Filmpreis.

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Cahier africain
Cahier africain
Switzerland / Germany, August 2016
Am Anfang stand ein Schulheft. Anstelle von Vokabeln füllten sich seine Seiten mit den Zeugenaussagen von 300 zentralafrikanischen Frauen, Mädchen und Männern. Sie offenbaren, was ihnen 2002 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen von kongolesischen Söldnern angetan worden war. Inmitten der Versuche den schwierigen Alltag zu meistern - und während in Den Haag noch die juristische Aufarbeitung der letzten Kriegsverbrechen in Gange ist - bricht der nächste Krieg aus. Cahier africain ist eine Langzeitbeobachtung und erlebt an der Seite der Protagonisten den gnadenlosen Strudel von Gewalt.
von Heidi Specogna
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Quelle: swissfilms.ch