Porträt: Carolin Emcke – Denken gegen den Hass und für die Demokratie

Carolin Emcke (*1967) ist eine der bedeutendsten Intellektuellen der Gegenwart. Als promovierte Philosophin, Publizistin und Journalistin prägt sie den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs durch ihre Analysen zu Themen wie Rassismus, Gewalt, Demokratie und Klimawandel.

Zentrale Schwerpunkte ihres Wirkens

  • Wahrheit und Zeugenschaft: Emcke setzt sich intensiv mit der Frage auseinander, was „wahr“ ist – besonders in Zeiten von Fake News und „alternativen Fakten“. Sie plädiert für ein faktenbasiertes Erzählen und hinterfragt dabei stets die eigene Rolle als Beobachterin und Chronistin.
  • Radikales Zuhören: Durch ihre Erfahrungen als Kriegsreporterin in Krisengebieten (u. a. Kosovo, Afghanistan, Irak) entwickelte sie einen Ansatz des „radikalen Zuhörens“. Dieses stellt ein ernsthaftes Interesse am Gegenüber in den Mittelpunkt, um Gerechtigkeit für Menschen wiederherstellbar zu machen, deren Lebenserfahrungen durch Gewalt und Machtmissbrauch an den Rand gedrängt wurden.
  • Vielstimmigkeit: In Werken wie „Gegen den Hass“ wendet sie sich entschieden gegen dogmatisches Denken. Sie setzt sich für eine offene, pluralistische Gesellschaft ein, die Schattierungen zulässt und die Freiheit des Individuellen sowie des Abweichenden schützt.

Wirken im deutschsprachigen Raum und Bezug zur Schweiz

Carolin Emcke ist eine regelmässige und geschätzte Gastrednerin sowie Gesprächspartnerin im schweizerischen Kulturbetrieb:

  • Präsenz in der Schweiz: Sie tritt häufig bei renommierten Institutionen auf, darunter das Literaturhaus Basel und die BuchBasel. Bei diesen Veranstaltungen reflektiert sie über ihre Bücher (z. B. „Was wahr ist“) und sucht den Austausch mit Intellektuellen wie Thomas Strässle.
  • Engagement: Ihr Werk ist in Schweizer Buchhandlungen, wie etwa QueerBooks, fest verankert, wo ihre Auseinandersetzung mit Identität, Feminismus und Antidiskriminierung geschätzt wird.
  • Internationale Anerkennung: 2016 wurde sie mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, eine Würdigung, die ihre Rolle als moralische Stimme im europäischen Kontext unterstreicht.

Ausgewählte Werke

  • Gegen den Hass (Essay über Rassismus und Demokratie)
  • Was wahr ist (Über Gewalt, Klima und die Suche nach Wahrheit)
  • Wie wir begehren (Autobiografische Auseinandersetzung mit Identität)
  • Für den Zweifel (Plädoyer für eine kritische Öffentlichkeit)

Weiterführende Informationen

  1. Literaturhaus Basel – Carolin Emcke
  2. Theoriekritik.ch – Raum für Phantasie und Widerspruch
  3. QueerBooks.ch – Auswahl an Werken von Carolin Emcke

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Personen
Carolin Emcke
Carolin Emcke ist eine deutsche Publizistin und Journalistin, die in ihren Artikeln und Büchern häufig aus Kriegs- und Krisengebieten berichtet (u. a. "Von den Kriegen – Briefe an Freunde" 2004) und für ihr Werk mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2016) ausgezeichnet wurde. Sie wurde am 18. August 1967 in Mülheim an der Ruhr geboren und feiert 2019 ihren 52. Geburtstag.
Carolin Emcke
Quelle: geboren.am