Chester F. Carlson: Der Visionär der modernen Bürowelt

Chester Floyd Carlson (1906–1968) war ein US-amerikanischer Physiker und Patentanwalt, dessen Erfindung die Bürokommunikation weltweit revolutionierte. Ohne sein Verfahren, die Xerografie, wäre die moderne Dokumentenverarbeitung in Unternehmen – auch in der Schweiz – undenkbar.

Biografie und Werdegang

  • Frühe Jahre: Carlson finanzierte sein Physikstudium durch Gelegenheitsarbeiten. Er erlebte die Weltwirtschaftskrise hautnah, was seinen Wunsch stärkte, als Erfinder wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erreichen.
  • Die Idee: 1935 begann er neben seiner Tätigkeit als Patentanwalt, nach einer einfachen Methode zur Text- und Bildreproduktion zu forschen, da bestehende Verfahren (wie der Photostat) extrem zeitaufwendig waren.
  • Der Durchbruch: Am 22. Oktober 1938 gelang ihm in Astoria die erste erfolgreiche xerografische Kopie ("10-22-38 ASTORIA").
  • Kommerzialisierung: Nach jahrelanger Suche nach Investoren und Unterstützung durch das Battelle Institut, fand er 1945 mit der Firma Haloid (dem späteren Xerox-Konzern) den idealen Partner.

Bedeutung der Xerografie

Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab: xeros (trocken) und graphein (schreiben). Das Verfahren nutzt statische Elektrizität und Licht, um Toner auf Papier zu fixieren. Die Bedeutung für die heutige Bürowelt ist enorm:

  • Grundlage heutiger Technik: Viele moderne Laserdrucker und Multifunktionsgeräte in Schweizer Unternehmen basieren direkt auf dem Prinzip der Elektrofotografie, einer Weiterentwicklung von Carlsons Xerografie.
  • Kultureller Einfluss: Die Marke "Xerox" wurde lange Zeit synonym für den Fotokopierer selbst verwendet. Auch in der Schweizer Bürolandschaft prägte das "Gehen zum Xerox" den allgemeinen Sprachgebrauch.

Persönliches und Kurioses

Neben seiner Rolle als Techniker und Erfinder pflegte Carlson exzentrische Interessen. Er interessierte sich intensiv für Parapsychologie und Bewusstseinsforschung. Er unterhielt Kontakte zu namhaften Persönlichkeiten wie Aldous Huxley und dem Schweizer Bewusstseinsforscher Karlis Osis, was eine Facette abseits seiner technischen Genialität zeigt.


Top 3 Informationsquellen

  1. Vom Verblassen der Bilder: Zur Geschichte der Fotokopie (Sternenjäger)
  2. Xerografie: Angebote und Begriffe (all-office.ch)
  3. Digitaldruck in Zug: Funktionsweise der Elektrofotografie (reprotec.ch)

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Personen
Chester Carlson
Chester Floyd Carlson war ein US-amerikanischer Physiker, Erfinder und Patentanwalt, der die auch als "Xerografie" bezeichnete Elektrofotografie und damit den modernen Fotokopierer (1938) erfand und die Lizenz für das Verfahren 1947 an die Firma "Haloid" (heute "Xerox", erster Fotokopierer 1949) verkaufte. Er wurde am 8. Februar 1906 in Seattle, Washington in den Vereinigten Staaten geboren und verstarb am 19. September 1968 mit 62 Jahren in New York City. Sein Geburtstag jährte sich 2019 zum 113. Mal.
Chester Carlson
Quelle: geboren.am