Übersicht: Der Dokumentarfilm „CHoisir à vingt ans“

Der Dokumentarfilm „CHoisir à vingt ans“ (deutsch: Qual der Wahl mit zwanzig) befasst sich mit einem wichtigen historischen Kapitel des 20. Jahrhunderts: der Kriegsdienstverweigerung französischer Jugendlicher während des Algerienkriegs.

Hintergrund und Inhalt

Der Film dokumentiert die mutige Entscheidung von etwa 100 bis 300 jungen Franzosen, die sich zwischen 1954 und 1962 weigerten, am Algerienkrieg teilzunehmen. Diese Verweigerer stellten sich gegen den Strom der damaligen französischen Politik und nahmen dafür oft schwerwiegende persönliche Konsequenzen in Kauf.

Dokumentarische Aufarbeitung

Die Produktion zeichnet sich durch eine Vielzahl an Zeitzeugenberichten aus, die das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten:

  • Zeitzeugen aus Frankreich: Unter den Befragten befinden sich Persönlichkeiten wie Nils Anderson, Freddy Buache, Simone und Jean Mohr sowie zahlreiche weitere Zeitgenossen, die die Ereignisse kritisch reflektierten.
  • Zeitzeugen aus Algerien: Der Film lässt auch betroffene Algerier zu Wort kommen, darunter Mohamed Berka, Ahmed Berka und Halima Boukhelf, um die menschlichen Auswirkungen des Konflikts auf beiden Seiten zu verdeutlichen.

Bedeutung und Einordnung

Das Projekt bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema Gewissensfreiheit und ethischer Verantwortung. Durch den dokumentarischen Ansatz wird die „Qual der Wahl“ junger Menschen greifbar gemacht, die sich in einer historischen Ausnahmesituation für den zivilen Ungehorsam entschieden haben. Der Film bewahrt somit die Erinnerung an jene, die sich aus moralischen Gründen dem Militärdienst entzogen, und liefert ein wertvolles Zeitdokument für den Diskurs über Krieg und Frieden.


  1. Dettaglio CHoisir à vingt ans (Imago Film) – Offizielle Detailseite zum Film mit Cast- und Inhaltsangaben.
  2. Revue „Choisir“ (Schweizer Kulturmagazin) – Website der Schweizer Kulturzeitschrift „Choisir“, die sich mit gesellschaftlichen und philosophischen Themen befasst.
  3. Dürrenmatt und die Schweiz (Politis.ch) – Ein historischer Rückblick auf die gesellschaftskritische Sichtweise Friedrich Dürrenmatts auf die Schweiz.

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CHoisir à vingt ans
CHoisir à vingt ans
Switzerland / Algeria, August 2017
Während des Algerienkrieges (1954-1962) flüchteten ungefähr 100-300 junge Franzosen als Deserteure, Fahnenflüchtige oder Kriegsdienstverweigerer in die Schweiz. Sie waren gegen den Kolonialkrieg. Die Schweiz gewährte Ihnen Asyl, aber in Frankreich suchte und verurteilte man sie als Landesverräter. Einige Monate nach der Unabhängigkeit Algeriens reiste der Regisseur mit einer ONG nach Algerien um eine Schule aufzubauen. Villi Hermann kehrte nach Algerien an die Algerien-Marokko Grenze zurück und suchte nach seinen ehemaligen Schülern. Er traf einstige Deserteure in Frankreich und der Schweiz.
von Villi Hermann
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Quelle: swissfilms.ch