Steckbrief: Choristoneura lafauryana (Roter Heidelbeerwickler)

Der Choristoneura lafauryana, im Deutschen oft als Roter Heidelbeerwickler bezeichnet, ist ein Kleinschmetterling aus der Familie der Wickler (Tortricidae). Er ist insbesondere in der Landwirtschaft als Schädling von Bedeutung.

Taxonomie und Merkmale

  • Wissenschaftlicher Name: Choristoneura lafauryana (Ragonot, 1875)
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Wickler (Tortricidae)
  • Merkmale: Die Falter haben eine Flügelspannweite von etwa 15 bis 22 mm. Die Vorderflügel weisen meist eine charakteristische rötlich-braune Färbung mit dunkleren Binden oder Flecken auf, was ihnen ein getarntes Aussehen verleiht.

Verbreitung und Vorkommen

  • Geografische Verbreitung: Die Art ist in Europa weit verbreitet, von Südeuropa bis in den nördlicheren Teil Mitteleuropas.
  • Situation in der Schweiz: In der Schweiz tritt Choristoneura lafauryana lokal auf. Da die Art polyphag ist (an vielen verschiedenen Pflanzen frisst), findet man sie in Obstplantagen, Weinbaugebieten und in naturnahen Biotopen. Sie wird in der Schweiz als potenzieller Schädling im Beeren- und Obstbau beobachtet, auch wenn sie nicht zu den am häufigsten genannten Hauptschädlingen gehört.

Lebensweise und Schadbild

  • Wirtspflanzen: Die Raupen sind sehr anpassungsfähig und befallen eine Vielzahl von Pflanzen, darunter Heidelbeeren (Vaccinium), Himbeeren, Erdbeeren, aber auch Gehölze wie Eichen oder verschiedene Obstbäume.
  • Schadbild: Die Larven rollen die Blätter ihrer Wirtspflanzen ein oder spinnen diese mit Seidenfäden zusammen. Sie fressen an Blättern, Knospen und bei Früchten an der Epidermis, was zu Ernteverlusten oder Qualitätsminderungen führen kann.
  • Generationen: In der Regel bildet die Art ein bis zwei Generationen pro Jahr aus, abhängig von den klimatischen Bedingungen.

Bedeutung in der Landwirtschaft

Da die Art als polyphager Schädling eingestuft wird, erfolgt in der Schweiz bei starkem Auftreten eine Überwachung durch Pheromonfallen. Die Bekämpfung orientiert sich an den allgemeinen Richtlinien für den integrierten Pflanzenschutz, wobei insbesondere der Einsatz von spezifischen biologischen oder selektiven Insektiziden im Vordergrund steht, um Nützlinge zu schonen.


Empfohlene Ressourcen

  1. Lepidoptera.eu – Informationen zu Choristoneura lafauryana
  2. Agrarpoll.ch – Informationen zu Schädlingen im Beerenbau
  3. CABI Compendium – Datenblatt zu Choristoneura lafauryana

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