Christine de Pizan: Die erste Berufsschriftstellerin Europas

Christine de Pizan (ca. 1364–1430) gilt als eine der bedeutendsten Intellektuellen des späten Mittelalters. Als eine der ersten Frauen Europas, die ihren Lebensunterhalt durch das Schreiben bestritt, hinterließ sie ein Werk, das weit über ihre Zeit hinaus wirkte.

Biografie und Lebensumstände

  • Herkunft: Geboren um 1364 in Venedig, wuchs sie am französischen Königshof in Paris auf, da ihr Vater als Astrologe und Berater für König Karl V. tätig war.
  • Schicksalsschlag: Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes blieb sie mit Kindern und Familie als Witwe zurück. Diese finanzielle Not zwang sie dazu, ihre Bildung zu nutzen und als professionelle Schriftstellerin und Verlegerin tätig zu werden.
  • Lebensende: Sie verstarb um 1430 in Frankreich, vermutlich in einem Kloster.

Literarisches und feministisches Wirken

  • Wegbereiterin: Ihr bekanntestes Werk, „Das Buch von der Stadt der Frauen“ (1405), gilt als eines der ersten feministischen Werke der europäischen Literaturgeschichte.
  • Kritik am Zeitgeist: Christine de Pizan trat öffentlich gegen die frauenfeindlichen Diskurse ihrer Zeit an. Sie widerlegte in ihren Texten systematisch die Ansicht, Frauen seien nicht vernunftbegabt oder gesellschaftlich unfähig.
  • Stil: Sie verband christliches Denken mit einer mutigen, reformatorischen Sichtweise und nutzte eine „freie, poetische und engagierte Feder“.

Rezeption in der Schweiz

Christine de Pizan ist auch im heutigen Schweizer Kulturleben präsent. Ihre Themen – Selbstbestimmung, Bildung für Frauen und wirtschaftliche Unabhängigkeit – werden regelmäßig in akademischen und kulturellen Kontexten aufgegriffen:

  • Kulturelle Veranstaltungen: Orte wie die DenkBar in St. Gallen widmen ihr Themenabende, bei denen sie als „mittelalterliche Feministin“ gewürdigt wird.
  • Bildungsarbeit: Schweizer Institutionen, wie etwa Bibliotheken in Basel (edubs.ch), führen ihre Werke in ihren Beständen, während Frauenvereinigungen, beispielsweise in Bern, ihr Werk als Ausgangspunkt für Debatten über weibliche Selbstbestimmung nutzen.
  • Pädagogik: Isonomie.ch thematisiert ihre Rolle als Vordenkerin in Lehrmitteln, um moderne Diskurse über soziale Modelle und Gleichstellung mit historischem Kontext zu untermauern.

  1. Frauen schreiben (Kirchen)Geschichte: Christine de Pizan (Schweizerischer Katholischer Frauenbund)
  2. Christine de Pizan - eine mittelalterliche Feministin (DenkBar St. Gallen)
  3. Christine de Pizan - De haute lutte (Projekt der Universität Lausanne)

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Personen
Christine de Pizan
Christine de Pizan war eine französische Schriftstellerin (u. a. "Buch von der Stadt der Frauen" 1405), die als erste Berufsschriftstellerin Frankreichs und frühe feministische Kämpferin für die Emanzipation der Frau gilt. Sie wurde nach dem damals verwendeten julianischen Kalender 1364 in Venedig in Venedig (heute Italien ) geboren und starb 1430 mit 66 Jahren in Poissy in Frankreich. 2019 jährt sich ihr Geburtstag zum 655. Mal.
Christine de Pizan
Quelle: geboren.am