Clara Schumann Person
Clara Schumann – Virtuosin, Komponistin und moderne Frau
Leben und Wirken
Clara Josephine Schumann, geborene Wieck (1819–1896), gilt als die bedeutendste Pianistin des 19. Jahrhunderts und eine der wichtigsten Komponistinnen der Romantik. Bereits als Kind wurde sie von ihrem Vater Friedrich Wieck als Wunderkind aufgebaut und trat bereits im Alter von elf Jahren mit eigenen Kompositionen auf. 1840 heiratete sie gegen den erbitterten Widerstand ihres Vaters den Komponisten Robert Schumann.
Das Paar bekam acht Kinder, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichten. Während Robert Schumann zunehmend unter psychischen Erkrankungen litt und nach einem Suizidversuch 1854 in der Nervenheilanstalt Endenich bei Bonn lebte, sicherte Clara als Pianistin und Lehrerin das finanzielle Überleben der Familie. Sie unternahm ausgedehnte Konzertreisen durch ganz Europa, darunter auch mehrmals in die Schweiz.
Clara Schumann und die Schweiz
Clara Schumann hatte eine enge Beziehung zur Schweiz. Sie trat mehrfach in Zürich, Basel, Bern und Genf auf und pflegte freundschaftliche Kontakte zu Schweizer Musikern. Noch heute wird ihr Schaffen in der Schweiz intensiv gepflegt:
- Das Opernhaus Zürich brachte 2024 das erfolgreiche Ballett Clara der Choreographin Cathy Marston zur Aufführung, das das Leben der Künstlerin als Tochter, Ehefrau, Mutter, Managerin und Künstlerin beleuchtet.
- In der Villa Wellentanz in Wila (ZH) finden regelmässig musikalisch-literarische Abende statt, die das Dreieck Clara – Robert Schumann – Johannes Brahms thematisieren.
- Verschiedene Konzertreihen in Bassersdorf, Zürich und Umgebung widmen sich regelmässig ihrem Werk (u. a. «Hommage à Clara Schumann» mit dem Trio Artemis).
Kompositorisches Schaffen
Obwohl sie sich selbst oft im Schatten ihres Mannes sah, komponierte Clara Schumann rund 50 Werke mit Opuszahlen. Besonders bekannt sind:
- Drei Romanzen op. 11 und op. 22
- Klaviertrio in g-Moll op. 17 (von vielen Kritikern als ihr Meisterwerk bezeichnet)
- Lieder (u. a. aus op. 12 und op. 13)
- Präludien und Fugen op. 16 (teilweise auch auf Orgel aufgeführt)
- Verschiedene Charakterstücke für Klavier
Ihr Stil verbindet lyrische Melodik mit pianistischer Brillanz und steht stilistisch zwischen Robert Schumann und Johannes Brahms.
Das Dreieck Clara – Robert – Brahms
Nach Roberts Erkrankung entwickelte sich eine intensive, lebenslange emotionale Bindung zwischen Clara Schumann und dem 14 Jahre jüngeren Johannes Brahms. Brahms schrieb ihr die berühmten Worte: «Deine Briefe sind mir wie Küsse!» Die genaue Natur dieser Beziehung blieb bis heute Gegenstand von Spekulationen und ist Thema zahlreicher Konzerte, Ballettproduktionen und literarischer Abende in der Schweiz.
Clara Schumann heute
Clara Schumann wird zunehmend als emanzipierte, moderne Frau des 19. Jahrhunderts wahrgenommen – eine Künstlerin, die Karriere, Mutterschaft und die Unterstützung eines kranken Ehemanns unter schwierigsten Bedingungen vereinte. Ihr Porträt zierte lange den 100-DM-Schein, und ihr Erbe wird sowohl in der Musikwissenschaft als auch auf den Bühnen (insbesondere in der Schweiz) intensiv gepflegt.
Die 3 besten weiterführenden Links:
- Opernhaus Zürich: Ballett Clara – Ausführliche Besprechung des beeindruckenden Balletts von Cathy Marston
- Clara Schumann – mixtur.ch – Sehr guter biografischer und werkanalytischer Überblick
- Im Dreieck: Clara, Robert Schumann, Brahms – Villa Wellentanz – Musikalisch-literarischer Abend in der Schweiz mit Fokus auf das emotionale Spannungsfeld der drei Persönlichkeiten
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

