Cormac McCarthy: Eine literarische Annäherung an den wortkargen Giganten

Cormac McCarthy (1933–2023) galt als einer der bedeutendsten und rätselhaftesten Schriftsteller der US-amerikanischen Literatur. Sein Werk ist geprägt von einer düsteren, bildgewaltigen Sprache und der schonungslosen Auseinandersetzung mit der menschlichen Existenz.

Persönlichkeit und Lebensstil

McCarthy war bekannt für seine extreme Zurückgezogenheit. Er lebte in Santa Fe (New Mexico), fernab der medialen Öffentlichkeit und jeglicher gesellschaftlicher Inszenierungen. Diese „anti-mondane“ Lebensweise spiegelte sich in seinem Schreiben wider: Er verzichtete auf Kompromisse und wandte sich von der glatten Oberfläche der modernen Welt ab, um in den rauen, geologischen Landschaften des amerikanischen Südwestens nach Wahrheiten zu suchen.

Literarisches Schaffen

  • Themen: Seine Werke handeln oft von einer „brüchigen“ Menschheit, die in einer gnadenlosen, aber großartigen Natur ums Überleben kämpft. Er schrieb Western ohne klassische Helden und erkundete existenzielle Schuld.
  • Spätwerk: Kurz vor seinem Tod im Alter von 90 Jahren veröffentlichte er mit Der Passagier und Stella Maris ein bemerkenswertes Diptychon, das erneut die Grenzen der Literatur auslotete und sich komplexen Themen wie dem menschlichen Unbewussten und der Zeitgeschichte widmete.

Rezeption in der Schweiz

McCarthys Werk findet auch in der Schweizer Kulturlandschaft starke Beachtung:

  • Literaturhandel: Schweizer Buchhandlungen wie „Librairie de cap et de mots“ führen seine aktuellen Werke und betonen deren prophatische und nostalgische Kraft.
  • Kulturelle Adaptionen: Das Werk Die Straße (La route) fand in der Schweiz durch die graphic-novel-artige Interpretation von Manu Larcenet ein neues Publikum.
  • Film: Schweizer Filmkritik-Blogs (z. B. Screening Movies) haben die filmische Adaption von The Road intensiv analysiert, um die düstere, hoffnungsvolle Essenz seiner Texte für das Kino zu beleuchten.

Hinweis zur Namensgleichheit: Bei einer Recherche in Schweizer Quellen stößt man gelegentlich auch auf den historischen "Cormac Teige McCarthy" im Kontext von Burgen (Blarney Castle), welcher jedoch eine eigenständige historische Person aus der irischen Geschichte darstellt und nicht mit dem US-Schriftsteller zu verwechseln ist.

  1. Circolo dei Libri: Nachruf und Würdigung (Italienisch)
  2. Lignes de Vie: Analyse seines Spätwerks (Französisch)
  3. Librairie de cap et de mots: Buchvorstellung "Der Passagier" (Französisch)

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Personen
Cormac McCarthy
Charles McCarthy, wie er mit richtigem Namen heisst, ist ein US-amerikanischer Schriftsteller, der u. a. "Blood Meridian" (1985), "All the Pretty Horses" (1992) und den auch verfilmten Bestseller "No Country for old Men" (2005) schrieb. Er wurde am 20. Juli 1933 in Providence, Rhode Island in den Vereinigten Staaten geboren. In diesem Jahr feiert McCarthy seinen 86. Geburtstag.
Cormac McCarthy
Quelle: geboren.am