Diabetes mellitus Typ 2: Ursachen, Risiken und Behandlung

Diabetes mellitus Typ 2, im Volksmund oft als „Altersdiabetes“ bezeichnet, ist die weltweit und auch in Deutschland am häufigsten vorkommende Form der Stoffwechselerkrankung. Allein in Deutschland sind etwa 8 Millionen Menschen davon betroffen.

Was ist Diabetes mellitus Typ 2?

Es handelt sich um eine chronische Erkrankung, die durch erhöhte Blutzuckerwerte gekennzeichnet ist. Im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes (bei dem Insulin fehlt), liegt beim Typ 2 eine Insulinresistenz vor: Die Körperzellen reagieren nicht mehr ausreichend auf das körpereigene Insulin. Im Verlauf der Erkrankung reicht zudem die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse oft nicht mehr aus, um diesen Widerstand zu kompensieren.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Genetische Veranlagung: Die Neigung zu Typ-2-Diabetes ist vererbbar. Wenn beide Elternteile erkrankt sind, liegt das Risiko für Kinder bei 70 bis 80 %.
  • Lebensstil: Übergewicht (Adipositas), Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung sind maßgebliche Faktoren.
  • Demografischer Wandel: Die Erkrankung betrifft zwar primär Erwachsene, wird jedoch aufgrund veränderter Lebensgewohnheiten zunehmend auch bei jungen Menschen diagnostiziert.
  • Schwangerschaftsdiabetes: Frauen, die in der Schwangerschaft an einem Gestationsdiabetes litten, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Symptome und Folgeerkrankungen

Die Symptome sind zu Beginn der Erkrankung oft unspezifisch, weshalb sie häufig erst spät erkannt wird. Unbehandelt kann Diabetes zu schwerwiegenden Folgeerscheinungen führen, darunter:

  • Schädigungen der Nerven (z. B. am Fuß)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Wundheilungsstörungen

Therapieansätze

Die Behandlung zielt darauf ab, den Blutzuckerspiegel zu normalisieren und Spätfolgen zu minimieren:

  1. Lebensstiländerung: Eine gesunde Ernährung und körperliche Aktivität sind das Fundament der Therapie. Bereits kleine Maßnahmen, wie kurze Bewegungseinheiten (z. B. ein 2-minütiger Spaziergang nach dem Essen), können das Risiko reduzieren und den Stoffwechsel positiv beeinflussen.
  2. Medikamentöse Therapie: Wenn Ernährung und Bewegung nicht ausreichen, kommen orale Antidiabetika oder moderne Wirkstoffe wie GLP-1-Analoga (z. B. Semaglutid) zum Einsatz, die zusätzlich zur Blutzuckersenkung bei der Gewichtsabnahme helfen können.
  3. Schulung: Patienten wird empfohlen, an speziellen Diabetes-Schulungen teilzunehmen, um den Umgang mit der Erkrankung zu erlernen.

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Krankheiten
Diabetes mellitus Typ 2
Synonym: Altersdiabetes, Alterszucker Diabetes mellitus Typ2 (DM Typ2) ist die weitaus häufigste Form der Zuckerkrankheit. Gut neun von zehn Diabetikern haben diesen Typ der Störung des Kohlenhydratstoffwechsels. In der Schweiz sind mehr als 400 000 Personen betroffen. DM Typ2 hiess früher auch Altersdiabetes oder Alterszucker, weil er hauptsächlich bei älteren Menschen zu finden ist. Doch inzwischen haben auch viele jüngere Menschen DM Typ2, und ihr Anteil steigt. In Japan und den USA ist Typ2 unter Jugendlichen bereits häufiger als Diabetes mellitus Typ1 (DM Typ1). Im Unterschied zu dieser Form, wo Insulin fehlt, ist bei DM Typ2 im Körper anfangs genug von diesem Hormon vorhanden, das den Blutzuckerspiegel regelt. Allerdings sprechen die Körperzellen schwächer auf Insulin an (Insulinresistenz). Sie nehmen weniger Zucker aus dem Blut auf, sodass der Blutzuckerspiegel steigt. Später kann das Insulin auch bei Typ2 völlig wegfallen. Als wichtigste Faktoren für die Entstehung gelten familiäre Veranlagung, Übergewicht und Bewegungsmangel – also ein ungesunder Lebensstil. Personen, bei denen DM Typ2 auftritt, weisen sehr oft Zeichen eines metabolischen Syndroms auf. Sie haben neben erhöhtem Blutzucker auch erhöhten Blutdruck, erhöhte Blutfette und Übergewicht mit Polstern besonders am Bauch. DM Typ2 entwickelt sich langsam über Jahre hinweg. Dabei können lange Zeit keine Beschwerden auftreten, dennoch kann der hohe Blutzucker Organe bereits nachhaltig schädigen. Viele Diabeteserkrankungen kommen durch Folgeerkrankungen ans Licht oder zufällig bei Routineuntersuchungen. Bei DM Typ2 sind vorsorgliche Blutzuckermessungen besonders sinnvoll und ratsam: Frühzeitig entdeckt, lassen sich schwere Folgeerkrankungen verhindern. Zudem reichen zu Beginn oft Umstellungen im Lebensstil aus, um den Blutzucker zu normalisieren. Betroffene können so den Einsatz von Medikamenten, die später zur Einstellung des Blutzuckerspiegels nötig werden, lange hinauszögern.