Der diastolische Blutdruck: Bedeutung, Grenzwerte und gesundheitliche Aspekte
Der diastolische Blutdruck (der „untere Wert“) spielt eine zentrale Rolle in der Herz-Kreislauf-Diagnostik. Er beschreibt den Druck, der in den Arterien herrscht, während sich der Herzmuskel in der Entspannungsphase (Diastole) befindet und sich mit Blut füllt.
Was bedeutet der Wert?
Bei der Blutdruckmessung wird der Druck in Millimetern Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Der diastolische Wert ist entscheidend, da er die kontinuierliche Durchblutung der lebenswichtigen Organe, insbesondere des Herzmuskels über die Koronararterien, sicherstellt.
Grenzwerte und Einordnung
In Deutschland orientieren sich medizinische Fachgesellschaften an festgelegten Richtwerten, um Hypertonie (Bluthochdruck) oder Hypotonie (niedriger Blutdruck) zu identifizieren:
- Normalbereich: Ein diastolischer Wert zwischen 80 und 89 mmHg gilt bei vielen medizinischen Leitlinien als normal bis hochnormal.
- Diastolischer Hochdruck (Hypertonie): Ab einem dauerhaften Wert von über 90 mmHg spricht man von einer diastolischen Hypertonie.
- Niedriger Wert (Hypotonie): Ein dauerhaft niedriger Wert ist oft harmlos, kann aber Symptome wie Schwindel oder Konzentrationsstörungen hervorrufen, wenn die Durchblutung von Gehirn und Herz kritisch abnimmt.
Ursachen für Abweichungen
- Zu hoher diastolischer Wert: Häufige Ursachen sind Lebensstilfaktoren wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, chronischer Stress oder genetische Veranlagungen. In ca. 90 % der Fälle in Deutschland handelt es sich um eine primäre Hypertonie ohne direkt erkennbare organische Ursache.
- Zu niedriger diastolischer Wert: Dies kann durch die individuelle körperliche Veranlagung bedingt sein (häufig bei jungen, sehr sportlichen Menschen). Krankhaft wird es jedoch, wenn Symptome wie Benommenheit, insbesondere beim Aufstehen, auftreten.
Empfehlungen für Betroffene
Sollte der untere Wert dauerhaft erhöht oder besorgniserregend niedrig sein, ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich. Insbesondere ein isolierter oder begleitender Anstieg des diastolischen Werts sollte nicht ignoriert werden, um langfristige Gefäßschäden zu vermeiden. Zur Senkung eines zu hohen Wertes empfehlen Experten in Deutschland meist eine Kombination aus mehr körperlicher Bewegung, Stressmanagement und einer bewussten Ernährung.
- Deutsche Herzstiftung: Unterer Blutdruckwert zu hoch – was tun?
- AOK Magazin: Diastolischer und systolischer Blutdruck erklärt
- DocCheck Flexikon: Fachliche Definition des diastolischen Blutdrucks
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