Die letzten Tage der Ceausescus: Eine schweizerisch-internationale filmische Aufarbeitung

Der Film Die letzten Tage der Ceausescus (2009/2010) stellt eine bedeutende künstlerische und historische Auseinandersetzung mit dem Ende des rumänischen Diktatorenpaares Nicolae und Elena Ceaușescu dar. Das Projekt, welches eng mit der Schweizer Kulturlandschaft verknüpft ist, fungiert als Reinszenierung des historischen Schauprozesses vom Dezember 1989.

Hintergrund und Entstehung

Das Projekt wurde vom International Institute of Political Murder (IIPM) unter der Regie von Milo Rau und dem Schweizer Architekten sowie Filmemacher Marcel Bächtiger realisiert. Die Produktion versteht sich nicht als klassische Dokumentation, sondern als theatrale Reinszenierung, die den historischen Prozess gegen die Ceausescus auf Basis von Originalprotokollen rekonstruiert.

Verbindung zur Schweiz

  • Produktion: Der Film entstand in einer engen Koproduktion zwischen NFP Berlin und der Zürcher Firma Langfilm.
  • Rezeption & Erfolg: Das Werk wurde mehrfach ausgezeichnet und gewürdigt. Es war unter anderem für den Prix de Soleure als bester Schweizer Film des Jahres nominiert und wurde international an prestigeträchtigen Orten wie dem Festival d’Avignon sowie dem Berliner Theatertreffen (Longlist) präsentiert.
  • Akteure: Mit Marcel Bächtiger ist ein in der Schweiz etablierter Architekt und Dozent (u.a. ETH Zürich, Hochschule Luzern, Redaktor bei Hochparterre) massgeblich als Co-Regisseur an diesem Werk beteiligt.

Kontroversen und juristische Folgen

Das Projekt stieß auf massives internationales Echo, löste jedoch auch rechtliche Konsequenzen aus. Der letzte lebende Sohn des Diktatorenpaares reichte Klage gegen das IIPM ein, was zu einem langwierigen Prozess führte, der das Institut über mehrere Instanzen hinweg beschäftigte. Dies unterstreicht die anhaltende politische Brisanz des Themas in der rumänischen Gesellschaft, die sich bis heute mit der Aufarbeitung der Revolution von 1989 befasst.

Einordnung in den Kontext der Zeitgeschichte

Der Film reflektiert das Ende des Kalten Krieges und die prekäre Lage in Rumänien unter der Herrschaft Ceaușescus, die durch wirtschaftliche Not, Personenkult und die Unterdrückung durch die Securitate geprägt war. Die Hinrichtung des Paares am 25. Dezember 1989 markierte den abrupten Wendepunkt, der im Film durch die akribische Rekonstruktion des Tribunals einer kritischen Analyse unterzogen wird.


  1. IIPM – Die Zürcher Prozesse (Projektseite) – Umfassende Informationen zur Arbeit des Instituts und zum Filmprojekt.
  2. International Institute of Political Murder (IIPM) – Offizielle Projektseite mit Pressespiegel und Hintergrundberichten zum Film.
  3. Marcel Bächtiger – Kurzbiografie – Einblicke in den Werdegang des Co-Regisseurs und dessen Verbindung zur Architektur und Filmgeschichte in der Schweiz.

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Die letzten Tage der Ceausescus
Die letzten Tage der Ceausescus
Switzerland, July 2010
Die Bilder der Aburteilung und Hinrichtung des Ehepaars Ceausescu am ersten Weihnachtstag 1989 haben sich als eines der mythischen Ereignisse der Weltgeschichte ins kollektive Unbewusste mehrerer Generationen von Fernsehzuschauern gebrannt. Zwanzig Jahre danach wurde der letzte und berühmteste Schauprozess der europäischen Geschichte in originalgetreu nachgebauten Kulissen reinszeniert. Der Film dokumentiert die Premiere im Bukarester Odeon Theater und erzählt anhand von Zeugenaussagen und authentischen Videodokumenten die Geschichte einer verratenen Revolution.
von Marcel Bächtiger, Milo Rau
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Quelle: swissfilms.ch