Analyse des Begriffs „Die Überflüssigen“ im Schweizer Kontext
Der Begriff „Die Überflüssigen“ wird im Schweizer Sprachgebrauch in sehr unterschiedlichen Kontexten verwendet. Er reicht von einer tiefgründigen soziologischen Analyse über politische Schlagworte bis hin zu alltäglichen Anwendungen in den Bereichen Organisation und Konsum.
1. Soziologische und politische Dimension
In der Schweizer Publizistik, etwa bei Fredi Lerch, wird der Begriff genutzt, um Menschen zu beschreiben, die aufgrund von Exklusion aus der modernen Arbeitswelt ihre soziale Teilhabe verlieren. Hierbei steht der Gegensatz zum Ideal des „unternehmerischen Selbst“ im Zentrum. Diese Gruppe droht in Verteilkämpfen um knappe Ressourcen (wie Wasser oder Rohstoffe) an den Rand gedrängt zu werden. Der Begriff wird zudem philosophisch an Nietzsche angelehnt, um jene zu bezeichnen, die vom Staat abhängig sind oder deren bloße Existenz als Belastung für die Gesellschaft wahrgenommen wird.
2. Politische Verwendung in der Schweiz (SVP)
In der Schweizer Politik, insbesondere bei der SVP (z. B. JSVP Nidwalden oder SVP St. Gallen), wird „überflüssig“ als populistisches Instrument eingesetzt, um Projekte oder Gesetzgebungen abzulehnen:
- Finanzpolitik: Projekte wie der 137-Millionen-Neubau der Zentrumsbibliothek werden als „überflüssige“ Staatsausgaben deklariert.
- Gesetzgebung: Änderungen an Gesetzen werden pauschal als „überflüssig“ abgelehnt, um den administrativen Aufwand oder staatliche Eingriffe zu kritisieren.
3. Alltagskontext und Lebensführung
Im Schweizer Alltag findet der Begriff Anwendung in der Lebensberatung. Ordnungs-Coaches (z. B. Ordnungswunder.ch in Wallisellen) verwenden „überflüssig“ zur Beschreibung von materiellem Ballast. Hier dient die Identifikation des Überflüssigen der psychischen Entlastung und der Effizienzsteigerung im Haushalt.
4. Zusammenfassung der Verwendung
| Bereich | Bedeutung von „Überflüssig“ |
| Soziologie | Menschen ohne soziale Teilhabe oder Anschluss an die Arbeitswelt. |
| Politik | Ablehnung von staatlichen Projekten oder bürokratischen Prozessen. |
| Lifestyle | Materieller Besitz, der keinen funktionalen Wert mehr hat (Ausmisten). |
- Fredi Lerch: Die Gesichter der «Überflüssigen» – Eine soziologische Betrachtung der Ausgrenzung.
- SVP Nidwalden: Nein zu überflüssigen Gesetzesänderungen – Ein Beispiel für die politische Verwendung des Begriffs.
- Ordnungswunder: Kostenloser Ausmist-Guide – Anwendung des Begriffs im Bereich Haushaltsorganisation und Coaching.
Vielleicht auch interessant
War das hilfreich?

