Dieter Roth: Leben, Werk und filmische Auseinandersetzung

Dieter Roth (1930–1998) gilt als einer der bedeutendsten und vielseitigsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts. Sein Werk zeichnet sich durch eine radikale Verschmelzung von Kunst und Leben, den experimentellen Umgang mit Materialien (wie Schokolade oder Käse) und eine ständige Hinterfragung künstlerischer Prozesse aus.

Filmische Dokumentation

Die Regisseurin Edith Jud hat mit ihrem Dokumentarfilm über Dieter Roth ein filmisches Denkmal geschaffen, das die Arbeitsweise und die Philosophie des Künstlers beleuchtet.

  • Kern des Films: Die Dokumentation verdeutlicht die Dialektik von Zerstörung und Kreativität, die Roths Schaffen prägt. Sie zeigt den Künstler in seinem radikalen Umgang mit sich selbst und seiner Arbeit.
  • Beteiligte: Neben dem Künstler selbst kommen Weggefährten wie Björn Roth, Dorothy Iannone, Richard Hamilton und Arnulf Rainer zu Wort.
  • Produktion: Reck Film.

Rezeption und Ausstellungen in der Schweiz

Dieter Roths Verbindung zur Schweiz war intensiv. Er war nicht nur als Künstler in zahlreichen Schweizer Institutionen präsent, sondern prägte auch den kulturellen Diskurs maßgeblich:

  • Schaulager Basel (2003): Eine der größten je gezeigten Retrospektiven, die Roths umfangreiches Œuvre, von frühesten Anfängen bis zu den Spätwerken, in den Kontext seiner manischen Sammel- und Gestaltungswut setzte.
  • Forum Würth Arlesheim: Ein Ort, an dem Werke Roths regelmäßig gewürdigt werden, um die verschiedenen Lebensstationen und Schaffensphasen des Künstlers zu beleuchten.
  • Kunstmuseum Solothurn: Fokus-Ausstellungen wie „Quadrat, Zirkel, Spirale“ beleuchteten die konstruktivistischen Anfänge Roths in Bern und Solothurn sowie seine Vernetzung mit Schweizer Künstlerkollegen.
  • Museum d’art dal Grischun: Ebenfalls Schauplatz umfangreicher Werkschauen, die Roths interdisziplinäre Arbeitsweise unterstreichen.

Publikationen und Forschung

Die Aufarbeitung von Roths musikalischer Seite ist ein weiteres wichtiges Feld. Gemeinsam mit Institutionen wie der Hochschule für Musik/Musik-Akademie Basel wurden Publikationen und Tondokumente veröffentlicht, die Roths 25-stündige Gesprächsaufzeichnungen mit Mitmusikern sowie seine Musikpartituren (z. B. die Splittersonate) zugänglich machen.


  1. Look Now! Filmverleih: Dieter Roth (Film von Edith Jud)
  2. Dieter Roth und die Musik - Publikationen (Hochschule für Musik Basel)
  3. Dieter Roth-Zeit im Schaulager Basel 2003 (Annelise Zwez)

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Schweizer Filme
Dieter Roth
Dieter Roth
Switzerland, May 2003
Dieter Roth lebte zwanzig Biografien und hinterliess ein titanenhaftes Werk. Kunst und Person fliessen auf einmalige Weise zusammen, diese wechselseitigen Bewegungen nimmt der Film auf. Er ist als eine innere und äussere Reise konzipiert und konzentriert sich dabei auf die Themen Kunst – Leben und Autonomie – Zusammenarbeit. Dieter Roth tritt in eigenen Videos auf, als Performer oder Selbstdarsteller seines Alltags, diese Dokumente und die Werke bilden Zentrum und Ausgangspunkt, sie führen an die Schauplätze seines Wirkens und zu seinen Mitarbeitern, Weggefährtinnen und Weggefährten - auch diese sind in Dokumenten festgehalten. Sie erzählen und erinnern aus dem Heute an kreative, wilde, zärtliche und traurige Momente mit Dieter Roth. Hauptperson ist sein Sohn Björn, er hat die letzten zwanzig Jahre zusammen mit seinem Vater gearbeitet.
von Edith Jud
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Quelle: swissfilms.ch