Die Dornfingerspinne: Ein Porträt der giftigsten Spinne Mitteleuropas

Die Dornfingerspinne (Gattung Cheiracanthium) zählt zu den bekanntesten, aber auch am meisten diskutierten Spinnenarten in Mitteleuropa und der Schweiz. Obwohl sie als „giftigste Spinne“ der Region gilt, ist eine genauere Einordnung ihres Gefahrenpotenzials für den Menschen wichtig.

Arten in der Schweiz

In unseren Breitengraden sind hauptsächlich zwei Arten von Bedeutung:

  • Ammen-Dornfingerspinne (Cheiracanthium punctorium): Eine heimische Art, die bereits seit längerer Zeit in der Schweiz präsent ist und sich aufgrund veränderter klimatischer Bedingungen ausbreitet.
  • Mildes Dornfingerspinne (Cheiracanthium mildei): Eine ursprünglich südliche Art, die vermutlich durch menschliche Verschleppung in den letzten Jahren in die Schweiz gelangt ist und sich nun nach Norden ausbreitet.

Merkmale und Lebensweise

  • Bau: Die Spinne besitzt eine lange Giftklaue und ist anatomisch sehr gut an ihre Umwelt angepasst. Sie nutzt Tasthaare zur Wahrnehmung von Vibrationen und Luftströmungen.
  • Verhalten: Dornfingerspinnen legen keine klassischen Fangnetze an. Stattdessen bauen sie charakteristische Ruhegespinste.
  • Vorkommen: Sie tauchen vermehrt in der Nähe von menschlichen Siedlungen auf, was oft zu einer erhöhten Aufmerksamkeit in den Medien führt.

Gefahrenpotenzial: Der Biss

Obwohl die Dornfingerspinne oft als „giftig“ bezeichnet wird, ist das Gefahrenpotenzial für den Menschen überschaubar:

  • Wirkung: Das Gift wirkt nur schwach nekrotisierend.
  • Symptome: Ein Biss wird als schmerzhaft beschrieben, ist jedoch nach aktuellem Wissensstand nicht lebensgefährlich.
  • Empfehlung: Sollte sich eine Spinne in die Wohnung verirren, empfiehlt es sich, sie mit einem Spinnenfänger einzufangen und in einiger Entfernung vom Haus in die Freiheit zu entlassen.

Zusammenfassung

Die Ausbreitung der Dornfingerspinne in der Schweiz ist ein natürlicher Prozess, der durch die Klimaerwärmung und menschliche Aktivitäten begünstigt wird. Während ihre Giftwirkung oft medienwirksam überhöht dargestellt wird, ist sie bei normalem Kontakt als harmlos einzustufen – ein respektvoller Umgang aus Distanz ist jedoch ratsam.


  1. Eine Gift-Spinne als Medienstar (infekt.ch)
  2. Ammen-Dornfingerspinne – Lexikon der Schädlinge
  3. Gefährliche Schweizer Wildtiere (Brauchtum Schweiz)

Vielleicht auch interessant


Anyphaena accentuata

Argiope lobata

Carrhotus xanthogramma

Drassodes sp

Enoplognatha

Evarcha arcuata

Gibbaranea bituberculata

Heliophanus cf. kochii

Jungtiere der

Konusspinne Cyclosa conica

Körbchenspinne

Linyphia triangularis

Maripissa muscosa

Neriene emphana

Oxyopes heterophthalmus

Pardosa lugubris s.l.

Pisaura mirabilis

Salticus cingulatus

Schwarzbäuchige

Steifenkreuzspinne

Tmarus cf piger

Trochosa sp

Wespenspinne

Xysticus cf. audax

Xysticus cf. erraticus
War das hilfreich?
Spinnen
Dornfingerspinne
Gehört in die Familie der Sackspinnen (Clubionidae). Es gibt verschiedenen Dornfinger-Arten, und die Bestimmung ist nicht immer einfach.. Merkmale: 8 - 12 mm (M), 10 - 15 mm (W) Körperlänge, meist bräunlich-gelber Hinterkörper, Vorderkörper rötlich, vorn zwei markante Zangen.
Dornfingerspinne
KImehr über Dornfingerspinne
Quelle: insects.ch