Steckbrief: Die Dorngrundel (Cobitis taenia)

Die Dorngrundel, oft auch als Steinbeißer bezeichnet, ist ein faszinierender, aber eher unbekannter Bewohner unserer Gewässer. Sie gehört zur Familie der Schmerlen (Cobitidae) und ist aufgrund ihres versteckten Lebensstils und ihrer Gefährdung von hohem ökologischen Interesse.

Biologie und Merkmale

  • Aussehen: Der Körper der Dorngrundel ist langgestreckt und seitlich abgeflacht. Ihren Namen verdankt sie einem beweglichen, spitzen Dorn unter jedem Auge, den sie bei Gefahr aufstellen kann.
  • Größe und Alter: Sie erreicht eine Körperlänge von etwa 12 cm und kann ein Alter von rund 10 Jahren erreichen.
  • Lebensweise: Die Dorngrundel ist dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber vergräbt sie sich meist vollständig im sandigen Sediment des Gewässergrundes, um sich vor Fressfeinden zu schützen.
  • Ernährung: In der Nacht durchsucht sie den Bodengrund nach Wirbellosen wie Rädertieren, Hüpferlingen, kleinen Schnecken, Würmern und Insektenlarven.

Lebensraum und Vorkommen in der Schweiz

Die Dorngrundel bevorzugt Gewässer mit sandigem Untergrund, wenig Strömung und einer guten Bepflanzung. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Europas und Nordasiens.

  • Schweizer Bestände: In der Schweiz gilt die Art als gefährdet. Beispielsweise kommt sie im Kanton Bern nur noch in kleinen Beständen vor.
  • Schutzstatus: Sie ist ein wichtiger Indikator für wertvolle Naturschutzgebiete und steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In Gebieten wie der Alten Aare zählt sie zu den vier stark gefährdeten Arten. Auch als europaweit bedrohte „Smaragdart“ genießt sie besondere Aufmerksamkeit in Naturschutzprojekten.

Wichtige Abgrenzung

Es herrscht häufig Verwirrung bezüglich des Namens „Steinbeißer“. Während die Dorngrundel (Cobitis taenia) ein kleiner Süßwasserfisch ist, wird die Handelsbezeichnung „Steinbeißer“ in der Gastronomie oft für den Seewolf (Anarrhichas) verwendet – einen Meeresfisch. Die Dorngrundel selbst ist aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer ökologischen Bedeutung kein Speisefisch.


  1. Fischen im Kanton Bern: Dorngrundel (Offizielle Informationen)
  2. Lexikon der Fische: Informationen zur Biologie und Haltung
  3. Natur statt Beton: Die Dorngrundel als geschützte Smaragdart

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Dorngrundel
Die Dorngrundel, auch Steinbeisser genannt, hat einen langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Der Name kommt von einem unter jedem Auge vorhandenen, aufrichtbaren zweispitzigen Dorn. Besitzen 6 Barteln an der Oberlippe, Männchen mit drüsenartig verdicktem zweitem Brustflossenstrahl; unvollständige Seitenlinie und sehr feine Schuppen. Rücken bräunlich, Flanken beige, über den Körper verlaufen mehrere gefleckte Längsstreifen. Rücken- und Schwanzflosse mit dunklen Punktereihen. Mittellänge 5 - 10 cm, maximal bis 12 cm lang.
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Quelle: vol.be.ch