Dreistachliger Stichling Fisch

Der Dreistachlige Stichling – Ein faszinierender Kleinbürger unserer Gewässer

Wissenschaftliche Einordnung

Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) ist ein kleiner Fisch aus der Familie der Stichlinge (Gasterosteidae). Er wurde 1758 von Carl von Linné in seinem Werk Systema Naturae beschrieben und avancierte 2018 zum Fisch des Jahres in Deutschland. Trotz seiner geringen Größe von meist 5–8 cm (max. bis 11 cm) ist er ein ökologisch und verhaltensbiologisch hochinteressanter Fisch.

Aussehen und Erkennungsmerkmale

  • Drei (selten vier) freistehende Stacheln vor der Rückenflosse
  • Keine Schuppen, sondern Knochenplatten entlang der Seitenlinie (je nach Population unterschiedlich stark ausgeprägt)
  • Männchen bekommen zur Laichzeit eine leuchtend rote Bauch- und Kehlfärbung
  • Grundfarbe je nach Herkunft silbrig, graugrün bis braun mit hellem Bauch
  • Großes, endständiges Maul im Verhältnis zur Körpergröße

Lebensraum und Vorkommen in der Schweiz

In der Schweiz kommt der Dreistachlige Stichling sowohl in der Nordsee- als auch in der Donau-Einzugsgebiete vor. Er besiedelt:

  • Langsam fließende Bäche und Flussunterläufe
  • Seen und Altwässer
  • Brackwasserzonen (z. B. Bodensee-Rhein-System)
  • Auch stark belastete oder leicht verschmutzte Gewässer, die für viele andere Fischarten bereits ungeeignet sind

Er ist damit ein wichtiger Bioindikator und zeigt eine hohe ökologische Toleranz.

Verhalten und Brutpflege

Der Dreistachlige Stichling ist berühmt für sein komplexes Balz- und Brutverhalten, das bereits Niko Tinbergen zu bahnbrechenden Studien in der Verhaltensforschung veranlasste:

  • Das Männchen baut ein Nest aus Pflanzenmaterial und klebt es mit einer Nieren-Sekretion zusammen
  • Es lockt mehrere Weibchen zum Ablaichen ins Nest
  • Anschließend übernimmt das Männchen allein die Brutpflege und bewacht die Jungfische aggressiv
  • Nach dem Schlupf verteidigt es das Revier sogar gegen artfremde Fische und die eigene Partnerin

Viele Individuen sterben nach der ersten, sehr anstrengenden Laichperiode.

Ernährung und Aquarien-/Teichhaltung

Stichlinge sind opportunistische Räuber. Sie fressen:

  • Zooplankton
  • Kleinkrebse
  • Insektenlarven
  • Fischlaich und sehr kleine Jungfische

Wichtig für die Schweiz und Teichbesitzer: Aufgrund ihres großen Mauls und ihrer Aggressivität während der Brutzeit sind sie nicht gut mit sehr kleinen Zierfischen (z. B. Kardinalfischen) oder sehr kleinen Garnelen zu vergesellschaften. Sie werden deutlich größer und aktiver als viele kleine Aquarienfische vermuten lassen.

Vermehrung

Bei guten Bedingungen ist die Vermehrungsrate hoch. Ein einzelnes Männchen kann in einer Saison mehrere Gelege von je 100–300 Eiern betreuen. In isolierten Teichen kann sich der Bestand innerhalb von zwei Jahren bei 10 eingesetzten Tieren leicht auf mehrere Hundert Individuen vervielfachen – vorausgesetzt, es gibt genügend Versteckmöglichkeiten und Nahrung.

  1. Dreistachliger Stichling – Gasterosteus aculeatus – Detaillierter Steckbrief und Haltungsinformationen
  2. Fisch des Jahres 2018: Dreistachliger Stichling – Offizielle Seite des Deutschen Angelfischerverbandes mit sehr guten biologischen Infos
  3. Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus) – Angelmagazin – Übersicht zu Lebensraum, Paarungsverhalten und Besonderheiten

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Dreistachliger Stichling
Namensgebung aufgrund dreier einzeln stehender Stacheln am Rücken, welche der Abwehr von Fressfeinden dienen. Daneben sind auch die vorderen Strahlen der Bauchflossen und der erste Afterflossenstrahl zu kräftigen, nadelspitzen Stacheln umgewandelt. Die Stacheln besitzen am Ansatz scharnierartige Knochenbildungen, in welche sie eingerastet und damit ohne Muskelanstrengung beliebig lang aufgestellt werden können. Ohne echte Schuppen, dafür Seitenlinie und Schwanzstiel mit Knochenplatten bedeckt (2 - 3 Formen, in Abhängigkeit vom Grad der Panzerung); Rücken blaugrau bis olivgrün, Flanken metallisch glänzend, Bauch weisslich. Zur Laichzeit Männchen mit blaugrünem Rücken, roter Kehle und Brust. Iris silberblau glänzend, Flossen transparent. Mittellänge 5 bis 8 cm, maximal bis 11 cm lang (marine Wanderformen).
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Quelle: vol.be.ch