Das Phänomen „Eigenleben“: Schnittstellen zwischen Kunst, Film und Kultur in der Schweiz

Der Begriff „Eigenleben“ beschreibt in einem kulturellen und medialen Kontext der Schweiz eine besondere Dynamik: Er bezeichnet den Moment, in dem ein Werk (sei es ein Film, eine Fotografie oder ein archivarischer Prozess) sich der Kontrolle seines Schöpfers entzieht und eine eigene, unvorhersehbare Wirkung entfaltet.

Zentrale Facetten des Eigenlebens

  • Film und Fotografie: Für Kulturschaffende wie den Fotografen und Regisseur Anton Corbijn liegt die Magie des Mediums darin, dass Bilder ein Eigenleben entwickeln, über das der Urheber keine direkte Macht mehr hat. Dies macht den künstlerischen Prozess spannend und unvorhersehbar.
  • Kulturwissenschaftliche Forschung: Die Schweizer Medienwissenschaftlerin Monika Dommann untersucht in ihren Arbeiten (etwa im Kontext des Tarantismus) das Eigenleben von Medien in Archiven. Hier wird deutlich, dass Bilder und historische Dokumente nicht statisch sind, sondern sich in Archiven stetig wandeln.
  • Kunst und Experiment: An der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) wird der Begriff genutzt, um künstlerische Projekte zu beschreiben, die über das rein „Gemachte“ hinausgehen. Dies reicht von Mikroorganismen als sinnliche Erfahrung (im Kontext kulinarischer Kunst) bis hin zu Schattenwesen in bildungsorientierten Kulturprojekten.
  • Gesellschaftliche Räume: Abseits der Kunst wird der Begriff auch für soziale Initiativen verwendet, die Raum für Austausch bieten (wie etwa durch Portale für „Free Ager“), oder für lokale Projekte, in denen sich die Dynamik eines Ortes – wie eines Gemeinschaftsgartens – erst durch die Interaktion der Beteiligten entfaltet.

Die drei besten Ressourcen zum Thema

  1. Spannend wird es dann, wenn Bilder ein Eigenleben entwickeln – Ein Interview mit Anton Corbijn über die Macht der Fotografie und des Films.
  2. Kunst mit Eigenleben (HKB-Zeitung) – Einblicke in die künstlerischen Experimente der Hochschule der Künste Bern.
  3. Gifttanz im Archivwandel – Monika Dommann – Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Eigendynamik medialer Archivbestände.

Vielleicht auch interessant


Asì son los hombres?

Cap sur le plaisir

Corpo celeste

Cyclique

Gespräch im Gebirg

Gottlos Abendland

Hermann Hesse. Brennender Sommer

Hors temps

Huere müehsam

Islander`s Rest

Isole D`Istanti

La petite dame du Capitole

Letzte Spuren

Mich Gerber - Klangmagier mit Kontrabass

Montana 1977

Nomina Domini

Overbooked

Puppenspiel

Seuls ensemble

Spira Mirabilis

Stalemate (working title)

Sur les traces de Fellini

The Giant Buddhas

To Make A Comedy Is No Fun - Jiri Menzel

Weil Schwalben keine Fische sind
War das hilfreich?
Schweizer Filme
Eigenleben
Eigenleben
Switzerland, April 2016
Selbstbestimmt und intensiv soll ihr Leben sein. Wirklich spüren wollen sie es. Daniel weil er glaubt, dass ihn das glücklich machen wird. Laura weil sie weiss, dass sie nur so überleben kann. Der Film wirft einen intimen Blick auf eine Generation, der alle Möglichkeiten offen stehen. Und zeigt die Suche nach den Momenten, die wir Glück nennen.
von Manuel Gübeli
KImehr über Eigenleben
Quelle: swissfilms.ch